# minimalismus

 

 

 

Mininmalismus als Einrichtungskonzept in aller Munde, überall auf social media, aber in den wenigsten Haushalten wirklich umgesetzt. Nicht das man das tun müsste: Minimalistisch leben. Doch ein kleinen Wenig Bescheidenheit würde uns gut zu Gesichte stehen. Wenn man wie ich Minimalismus als Lebenskonzept lebt, wenn es gewissermaßen eine Frage des Stils ist, ergeben sich die Dinge im Grunde von selbst. Nur: Ich muss zugeben, dass bei mir Minimalismus angeboren ist. Ich ging lange in der Annahme, dass das mit dem Fluchthintergrund meiner Großmutter und Urgroßmutter zusammenhing, aber nein, es ist angeboren - mein Blick durch die Erscheinungen hindurch. Mir war früh klar, dass viele Dinge viel Raum brauchen und das anderes Leben auch Raum braucht und das es sinnvoll ist nicht alles zu vereinnahmen und meine Zeit damit zu verbringen Dinge von A nach B zu bringen, sie versichern zu müssen, nachdem ich sie verstaut habe. Mir war die Einfachheit schon immer lieber, auch wenn ich die Schönheit der Dinge liebe. Ich habe gelernt die Schönheit zu ehren ohne sie besitzen zu müssen. Ich wünschte wir würden zu einem gewissen Maß an Bescheidenheit finden können

 

 

 

# klarheit - experiment

 

 

 

 

Lust auf ein kleines Experiment? Vielleicht macht das einer von euch ja schon?! Dann lässt sich das ausbauen... Ich hab mit diesem Experiment angefangen, als ich in Berlin lebte und mit Filmemachern Drehbücher dramaturgisch bearbeitet habe. Also das geht so: Wenn ich mir auf einen Film anschaue oder Instagram-Reels oder Interviews, lasse ich den Ton weg. Den Ton einfach weglassen und nur das Bild anschauen. Ich konzentriere mich auf den Rhythmus der Bilder, den Schnitt, die verschiedenen Bildeinstellungen, Nahe, Totale etc. und ich sehe viel genauer was im Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund passiert. Alles vermittelt eine Stimmung auch aufgrund der Farben und des Lichts, logisch. Dann schaue ich mir die Interaktion der Schauspieler, Interviewpartner, Protagonisten an: es geht nicht darum wie sie ausehen oder wie sie geschminkt sind, es geht mir um den Gesichtsausdruck, sehe ich Ticks, sehe ich unterdrückte Gefühle... Ich mache das regelmäßig. Warum? Es trainiert mich mich auf das zu konzentrieren was vor sich geht, nicht was gesagt wird. Das Ganze lässt sich natürlich in den Alltag, in die eigene Lebensrealität übertragen: Denn was wäre das Training ohne Bezug zu Realität? Ich schaue mir Leute an, wenn sie so durch die Gegend laufen, mit anderen Leuten sind und sich unbeobachtet fühlen. Nein, mir geht es nicht darum mich lustig zu machen oder d i e Wahrheit zu finden, mir geht es um Beobachtungen in meiner direkten Umgebung. Wir erinnern uns: Beobachtungen dienen der Analyse und die Analyse führt zur Deutung.

Auf social media entlarvst du mit dem tonlosen Schauen Muster, Wiederholungen, Egomanen und schönen Schein. Mit Ton sieht alles ganz anders aus, du wirst sehen.

Für Fortgeschrittene: Übung A) Im Gespräch einfach mal versuchen den Ton des Gegenübers auszuschalten und sich nur darauf konzentrieren wie etwas gesagt wird, wie der Körper spricht und ob die Körpersprache eine Einheit ist. Ein paar Minuten genügen. B) Die Übung umkehren: Den Filmton von irgendeinem Film der Wahl anschalten, sich dabei vom Filmbild weglegen, so ungefähr 5 - 10 Minuten zuhören und fühlen was der Sound mit Dir macht!

Bald kommen mehr Experimente! Lasst euch vom politischen Geschehen nicht so sehr beunruhigen, soweit das an dem Ort geht, wo ihr lebt, zelebriert das Leben, das Leben wird es euch danken. 

Ich wünsche euch Kraft und Schutz 

 

 

 

# Räume

 

 

Der Mensch hat sich beinahe alles erschlossen und dennoch weiß er nichts. Jeder Lebensraum ist angefasst, beleuchtet, erfasst. Wie kommt es, dass bei allem Forschungsdrang und angesichts aller wissenschaftlichen Fachrichtungen weniger entdeckt wird als vielmehr zerstört? Steile These? Mit Nichten!

Menschen wollen den Weltraum erobert haben, dabei haben sie dort Material platziert, dass die Erdatmosphäre beeinflusst und das Leben auf der Erde maßgeblich beeinträchtigt. Der Mensch feiert unterdessen auf Kosten anderen Lebens und auf Kosten als tot deklarierter Materie seinen Luxus und Konsum. Aber wie kann Leben aus toter Matiere hervorgehen? Diese Frage gehört zu einem Katalog an Fragen, die Denkfehler offenlegen. Denkfehler, die sich aus dem falschen Gebrauch von Sprache ergeben und Denkminen schaffen. Wer Dinge nicht mehr sagen darf, entwickelt bei ausgebildetem kritischen Verstand entweder einen doppelten Boden des Denkens oder das Denken versiegt wie eine Quelle in den Bergen, weil der Sprecher mehr mit Sprachdoktrin beschäftigt ist als mit dem Formulieren eines Gedankens. 

Menschen tun sich und anderen tagtäglich derartig viel Gewalt an, dass es Normalität ist. Gewalt ist das Strukturelement. Und solange Menschen annehmen Gewalt sei eine Lösung oder der Modus operandi, brauchen wir uns nicht wundern über die Phänomene unserer Zeit. 

 

 

 

 

# die lösung liegt dazwischen

 

 

 

Die Wirklichkeit und wie wir sie sehen: Im Grunde sehen die Wenigsten von uns die Wirklichkeit wie sie ist. Unser Blick ist verzerrt durch Wünsche, Ansprüche, Vorstellungen, Ego-Projekttionen, Bestrebungen - all das lässt uns nicht sehen oder erleben was ist, ganz im Gegenteil, es bringt eine Trennung zwischen mich und die Welt und die Natur. Es ist wichtig, dass wir auch hier eine Unterscheidung treffen: zwischen Natur und Welt. Die Natur ist unser Leben, da kommt alles Leben her. Die Welt ist eine Struktur aus Verwaltungen, Technologien, Infrastrukturen. Wenn wir Urlaub machen, fahren wir in die Natur und wir fahren wieder aus ihr zurück in unsere Zusammenhänge in der Welt. Warum fühlen wir uns wohl in der Natur, auch wenn sie uns unbegreiflich ist? Warum neigen Menschen in den Städten zu immer mehr Extremen? Schon mal darüber nachgesonnen? 

Woran erkennen wir, dass wir die Wirklichkeit nicht sehen? Das erkennen wir daran, dass die Interpretation nichts mit dem erlebten Phänomen zu tun hat oder anders ausgedrückt, wenn die Deutung nicht in uns resoniert. Wir neigen schnell dazu Dinge und Phänomene einzuordnen; sicher um uns nicht weiter damit beschäftigen zu müssen. Doch um Erscheinungen in der Natur und der Welt - beide sind unsere Wirklichkeit - überhaupt interpretieren also deuten zu können, ist eine eingängige Analyse notwendig. Beispiel: Nehmen wir einen Menschen, den wir kennen oder nicht kennen. Wir konzentrieren uns im Regelfall darauf, was uns erzählt wird von dem Gegenüber, den Rest der Zeit sind wir mit Selbstregulation und unseren Umständen sowie bereits mit den nächstliegenden Aufgaben beschäftigt. oWas uns entgeht, schon in einer einfachen Alltagssituation: wo der Blick des anderen hingeht, der Tonfall der Stimme, der Umgang mit den Gegenständen, die Bewegung der Hände beim Sprechen und vieles mehr. Sobald alle diese Details analysiert werden, ergeben sie zusammengenommen eine Deutung der Situation mit diesem Menschen. Ja, nun könnte das Gegenargument kommen, wozu das Ganze?, warum so misstrauisch? Da bleibt nur zu sagen: wem sein Leben etwas Wert ist und die Visionen und Vorhaben, dem ist eine gute Beobachtungsgabe, die trainierbar ist sowie die Analyse oberste Priorität. Warum es hilft uns Entscheidungen zu treffen. Jeder von uns hat jeder Zeit Entscheidungen zu treffen. 

Merkt euch: Erst das Beobachten, als nächstes die Analyse des Beobachteten und dann die Deutung. Aho

 

 

 

# silence is sexy

 

 

Wenn ich so in der Stille sitze, in diesem bequemen Sessel der Vollkommenheit, weil es keine Erwartungen gibt oder Bestrebungen, tauchen Sätze, formulierte Gedanken, auf. Ich will gar nicht sagen, dass es sich dabei um meine Gedanken handelt, mir kommt es eher so vor als dränge sich ein Gedanke aus dem Strom aller Gedanken meiner direkten Umgebung, mein Lebensraum am Wohnort und aus den Feldern meiner Beschäftigung in den Vordergrund. Heute ist es Folgender: "Ich diene nicht zum Dienen." 

Irgendwann kommt man dahin zu begreifen, dass Erlebnisse, welcher Natur auch immer, Erfahrungen sind. Wenn ein Erlebnis zu einer Erfahrung wird, können wir daraus eine Erkenntnis gewinnen. Manchmal sind wir angehalten in eben jener Stille zu sitzen und den Dingen draußen ihren Lauf zu lassen bis wir uns ihnen wieder widmen können. 

Wenn Erlebnisse uns geschädigt haben, sind wir dazu aufgefordert den Weg der Heilung zu gehen. Auch der Weg der Heilung führt unweigerlich in die Stille. In diesem Raum kann uns das Ausmaß der Schädigung bewusst werden und im Raum der Stille liegen die Lösungen.

Die Stille ist die Schatzkammer unserer Träume. Dienst du dem Dienen? Dienst Du fremden Zwecken oder deinen Vorhaben? 

 

 

 

 

# wenn das Spiegelbild lügt: Ein Blick hinter die Maske unserer Kultur

 

Vom antiken Mythos zum epochalem Daseinsgefühl: Die Geschichte hinter dem Narzissmus

Hinter glanzvollen Fassaden des modernen Individualismus und schillernder Personas verbirgt sich oft eine tiefe, seelische Isolation. Doch keines der Phänomene, die uns in der Gegenwart begegnen, taucht plötzlich aus dem Nichts auf. Alles hat einen Hintergrund, eine tief verwurzelte Geschichte.

Wer Narzissmus heute als reines Social-Media-Problem abstempelt oder als Problem des letzte Jahrzehnts, greift zu kurz. In diesem Zusammenhang lohnt sich der Blick auf die kulturhistorische Figurentypen, die uns den Weg in die aktuelle Erscheinungsformen und Charakertypen weisen (hier seien nur einige der Bekanntesten genannt):

  • Ovid's Metamorphosen: Der antike Mythos von Narziss und Echo zeigt das Ur-Dilemma. Narziss verliebt sich in sein eigenes Spiegelbild, unfähig, die lebendige Echo zu als eigenständiges Wesen zu erleben. Es ist die Tragödie der Beziehungsunfähigkeit durch reine Selbstbezogenheit.
  • Goethes Werther: Ein literarischer Vorläufer der narzisstischen Persönlichkeit. Werther kreist obsessiv um seine eigenen Gefühle. Seine „Liebe“ ist kein echtes Beziehen auf das Gegenüber, sondern die Projektion einer idealisierten Sehnsucht.
  • Oscar Wildes Dorian Gray: Die ultimative Abspaltung. Dorian lagert sein Altern und seine Schuld in ein Porträt aus. Er lebt die absolute Trennung von glanzvollem Schein (sein Ego) und innerer Verfaulung (seine Schatten).

Die sozio-kulturelle Dimension: Diese Figuren zeigen: Narzissmus hat eine Historie. Doch was in unserer Kulturgeschichte als individuelle Tragödie dargestellt wird, hat die westliche Kultur bis heute systemisch kultiviert. Unsere Leistungs- und Optimierungsgesellschaft fördert und belohnt narzisstische Züge: Selbstdarstellung, emotionale Abgrenzung und das Konsumieren von Beziehungen.

Den Bezugsrahmen verstehen Das Erkennen dieser historischen Kontinuität schenkt uns den entscheidenden Schlüssel zur Veränderung: Sobald wir verstehen, warum etwas wie der Narzissmus in dieser Intensität auftaucht – wenn wir also unsere eigene Kultur verstehen –, verstehen wir auch seine Erscheinungsformen. Denn alles hat einen Bezugsrahmen. Es geht hier weniger darum, den einzelnen narzisstischen Charaktertyp zu hinterfragen und zu verstehen, als vielmehr die Kultur und die Gesellschaft, die ihn überhaupt erst möglich macht, formt und durch alle Schichten hindurch fördert. Wer versteht, hat begriffen und findet Lösungen.

Erst dieses tiefere Bewusstsein für das „Woher“ nimmt der etablierten Dynamik ihre lähmende Macht. Indem wir den kulturellen Nährboden durchschauen, können wir uns Lösungen und einem heilsamen Umgang widmen. Wir treten aus dem kollektiven Treibhaus des Egos heraus, integrieren unsere verdrängten Schatten und finden den Weg aus der Isolation zurück in lebendige Resonanz mit der Welt und lebhafte Beziehungen.


# Bienen-Code und Null-Botschaften

 

Es ist eigentlich ziemlich unerträglich, wie fleißig wir darin sind, Dinge kaputtzumachen. Jeden Tag fügen Menschen sich selbst Verletzungen zu, sich, anderen, Mutter Erde, Mutter Natur. Wir sind so sehr damit beschäftigt Ziele zu erreichen, uns selbst zu optimieren, uns den ganzen Tag um uns selbst zu drehen, dass wir das Wesentliche nicht nur verpassen, sondern auch verletzten: unsere Leben. Wir lassen wirklich nichts aus. Es ist ein ständiges, dumpfes Draufhauen, als gäbe es einen geheimen Wettbewerb darin, wer sich am effektivsten gegenseitig vernichtet. Wenn man darüber nachdenkt, ist das ziemlich erschreckend. Aber wem erzähle ich das? Ihr schaut ja auch Nachrichten.

Und dann gibt es diese ganz spezielle Sorte Mensch. Die, die morgens aufwachen und nichts Besseres zu tun haben, als anonymisierte Nachrichten zu verschicken. Youtube-Videos produzieren für noch mehr Zufuhr, Ego oder Bankkonto oder beides. Ungebetene Ratschläge frei Haus. Kommentare, nach denen niemand gesucht hat. Sie gehen einem auf den Sender, aber sie haben gar keine Botschaft. Marshall McLuhan würde in sein Kissen schreien. Wenn der Sender nichts mitzuteilen hat, ist das eine Null-Botschaft. Auf Kosten von uns allen. Der Sender dealt dann quasi mit dem Nichts. Das ist fast schon wieder eine Leistung.

In meinen Kreisen ist es ein absolutes No-Go, unaufgefordert Tipps zu geben. Da muss jemand schon an akuter Langeweile oder mittelschwerer Selbstüberschätzung leiden. Aber gut, das kommt vor. Wir sind ja gerade alle in ziemlich verwirrenden Zuständen untergebracht. Da verspüren Leute eben plötzlich den Drang, der aus der Angst geboren ist, einem anderen zu erklären, wie die Welt läuft.

Warum kotzen sich die Leute eigentlich ständig gegenseitig voll? Ach so, ja. Weil natürlich immer einer schlauer ist als der andere. Stimmt, hatte ich kurz vergessen. Genau deswegen glauben diese Leute auch alle, das Mittelalter sei vorbei. Niedlich. Sehr süß. Nur weil jetzt alles so dolle elektrifiziert ist und wir Klamotten aus Erdöl tragen? Naja. An Äußerlichkeiten kann man sich schon mal aufhängen. Macht nichts, merkt nämlich auch keiner.

Bei all dem Geblubber und Geplapper auf – ihr wisst schon wo – kann sich am Ende eh keiner mehr verstehen, geschweige denn konzentrieren. Wie soll man auch jemanden hören oder sehen, wenn man ununterbrochen mit sich selbst beschäftigt ist? Das ist ein bisschen schwierig. Hauptsache, man hat irgendwas gesagt. Missverständnisse gibt es dann inklusive, genau wie bei den Großen. Nur halt ohne echte Waffen und am Ende genauso vernichtend wie Vergleiche mit anderen.

Tja. Da draußen wird tagtäglich über Leichen gegangen. Oder Moment – sie gehen über Menschen, genau genommen. Genaunehmen ist so eine Art Berufskrankheit von mir. Oder künstlerische Freiheit, sucht es euch aus. Jedenfalls gehen die einen Menschen, das sind dann Projektmanagerinnen, Vorstände, CEO’s über andere Menschen drüber. Und während das passiert, während all dieser Lärm die Luft dick macht, sitzt man da.

Und dann ist das Summen einer einzigen Biene am Fenster plötzlich so etwas wie ein Wunder. Und der Blick nach oben in den Himmel – so etwas wie Rettung.