Es gibt nichts mehr. Es gibt keine Cafés mehr wo wir drinnen rauchend über Büchern sitzen und wir Zeichen in Tischplatten aus Holz ritzen, laut lachen, über alles reden, zusammen träumen, es gibt Coffee-to-go, es gibt keine Begegnungen mehr in Gassen, alle sind in Bewegung gesetzt, es gibt keine Dialoge, es gibt Chats und Twitter, überall Transiträume, es gibt keine Geschlechter mehr, es gibt Gefühle für alles und jedes, es gibt keine Lebensmittel mehr, es gibt Nahrung like meat, es gibt keine festen Arbeitsplätze, es gibt mobiles Arbeiten, es gibt kein Nachdenken mehr, es gibt wachsendes Vergessen, es gibt keine Liebenden mehr, es gibt Sex auf Bestellung, es gibt keinen Wintersport mehr in den Bergen, es gibt Elends-Tourismus, es werden keine Konflikte mehr ausgetragen, es gibt Kriege, es gibt keine Grenzen mehr, der Finanzmarkt ist frei und ruiniert Leben, es gibt kein Wissen mehr, es gibt Milliarden Meinungen, es gibt kaum noch Individuen, beinahe jeder ist tätowiert, früher gab es weniger und all das, was es gab, war was wir brauchten, was ich dir sagen will, es gab viel viel weniger und das war alles was wir hatten, mehr brauchte es nicht, weil es nur das gab.
Die Schätze sind gehoben, die Stätten entweiht. Jeder Ort ist ausgeleuchtet. Uns bleibt das Unfertige: Zeilen auf dem Freisitz, Schweigen im Flur. Was bleibt, ist Poesie. Für Jemand. Worte als Heimat für ein weites Erinnern. Sie halten fest, was uns zerreißt – innig und wild. Ein Schutzraum für das Lebensmysterium. Schreibend werden wir zu Gegnern des Vergessens. Wir brechen die vierte Wand, löschen das grelle Licht und blicken hoch. Weil der Himmel uns eint. Wir reisen ohne Karte. Gemeinsam.