# tausend Jahre

Tausend Jahre durch wachsende

Wüsten gehen; das Gedächtnis der

Welten als Proviant

In verwüstete Seelenlandschaften

sehen, wenn Zeitalter sich ihrem

Ende neigen

Von Tristesse herrührende Müdigkeit

nistet sich verstohlen in den

Eingeweiden ein

Spuren einstigen Miteinanders ver-

wehen im vom Wind und von Schritten

aufgetriebenen Sand

Einzelne Fremde, unter ihnen Plünderer,

kreuzen den Weg

Die Himmel legen sich über die Trug-

bilder am Horizont



Nahrung ist ein ewiges Gebet

Auf der Suche nach magischen

Begegnungen, gleichsam diese

erinnernd – wie Wasserperlen auf der Zunge -

einer unsichtbaren Karawane folgen…



und tausend Jahre träumen





Mo Haver ist Autorin und Beraterin. Bisher: Veröffentlichungen auf Online-Plattformen, in Anthologien und Literaturzeitschriften, Tagblende im Literareon-Verlag und Gefallene Gedanken im Engelsdorfer Verlag. Schreiben ist Heimat.

# sag ihm

 


…, dass ich mich erinnere an diesem Sommer und den Ort, an den es mich nach vielen Jahren wie zufällig geführt hat, ich weiß Zufall und Führung… sag ihm, ich erinnere den Raum des Empfindens - ich habe zum ersten Mal die Schichten des Traums empfunden, wie tief der Traum in den eines anderen Menschen, von uns allen, reicht, wie tief der Traum in die Wirklichkeit und aus ihr kommend, dringt, ich weiß, nicht jeder versteht, nicht jeder begreift, doch es gibt kein Zurück für jemand, der die Mystik der Seele empfunden hat. 


Sag ihm, dass das, was wir erleben die Reflexion einer geistigen Sphäre ist, zu der wir den Zugang verloren haben. Wir glauben an keineWunder mehr, wir glauben an Religionen, an Geld und die Wissenschaft - und ich erinnere einen Sommer, in dem alles möglich war. Es folgte ein Herbst voller Wandlungen und ein Winter mit Schnee ohne Berge. Alles andere, der Rest, was auch immer, gehört in ein anderes Leben zu anderen Leuten.

Ein Sommer, in dem alles möglich ist, ist wie ein wundersamer Tag in der Kindheit, an dem sich das Leben offenbart. Sag ihm das Eine noch: In seiner Gegenwart habe ich Heimat gefunden 








# Heimat - ein schönes Wort

 




Für alle diejenigen, die in dieser Welt keine Heimat haben, bleibt die Liebe und der Atem und das Lachen - es ist die Liebe des Kosmos, unser Atem, der uns mit allem verbindet solange wir leben und das Lachen über die Absurdität einer Existenz, die uns in die Zerstörung zwingt. Die Wahrheiten unseres Abgrundes schauen uns an und es ist erst der Anfang eines Begreifens ohne dessen Früchte zu sehen.

Je mehr von uns den postmodernen Lebensstil zurückfahren, um so mehr tragen wir zu etwas wie Leben in Zeiten des Untergangs bei.

Aho, für alle meine Verwandten 






# der Weg

 




Ich mache die Erfahrung, dass der Weg mich trägt. Ich habe aufgehört den Weg zu gehen. 

Und es gibt eine Erkenntnis des Tages: am falschen Ort zu sein, kennt viele Varianten

Eine andere Welt wartet auf mich 




# tagblende

 


Für alle deutschsprachigen Freunde der Nacht & alle Reisenden 🫶🏼

unbedingt Link klicken für Soundrausch mit Wortbilder  

https://m.soundcloud.com/mohaver







# remember

 




The Mountains move like the oceans 

Only much much slower 

Prepare for the mountain 

It’s a safe space 






# wir sind poesie

 




Wir schauen auf eine Gemeinschaft, unsere Menschenfamilie als Verband und müssen feststellen, dass wir versagt haben. Wir leben in Beziehungen ohne Bezogenheit und lehnen die Realität der Zerstörung ab. Unsere Beziehungen sind durch Verträge geregelt und von Sachzwängen dirigiert. Wir haben das Grundrecht in Freiheit geboren zu sein, vergessen und damit abgegeben. Wir nehmen täglich an der Zerstörung von Leben und unserem eigenen Leben teil und nehmen allein die Schuld auf uns falsch zu sein. Sobald wir beginnen uns als vollkommen zu sehen und vollkommene Wesen zu leben mit dem Respekt vor unserem Körper und unserem Sein, beginnen wir uns zu schützen und mit Liebe zu nähren. Solange wir uns mit Gift der Sinne berauben, sind wir Untertanen einer düsteren Kultur die die Zerstörung von Leben will. Wir sind Poesie und müssen das Rätsel des Jahrtausends lösen: warum zerstören wir was wir haben ?


Aho. Für meine Schwestern und alle meine Verwandten