Was gut wäre: Wenn wir Menschen uns endlich umfassend mit dem auseinandersetzen würden, was wir zerstören und was bereits zerstört ist. Es wäre gut, wenn wir aufhörten, Technik wie einen neuen Gott zu verehren, und stattdessen begreifen würden, welche enormen Ressourcen die Herstellung von Elektroautomobilen, Smartphones und anderen Errungenschaften der postmodernen Technik verbraucht. Technischer Fortschritt ist nicht frei von ökologischen und sozialen Kosten – auch dann nicht, wenn er als Lösung für bestehende Probleme präsentiert wird.
Ebenso wäre es wichtig zu erkennen, dass patriarchale Denk- und Handlungsmuster nicht ausschließlich von Männern getragen werden. Männer wie Frauen können patriarchale Vorstellungen verinnerlicht haben, weil sie in gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen sozialisiert wurden. Das Patriarchat – oder genauer: der patriarchale Kapitalismus – ist nicht lediglich ein System traditioneller Rollenbilder. Es beschreibt ein Herrschaftsprinzip, das wirtschaftliche, politische, kulturelle und soziale Strukturen durchdringt und auf Hierarchie, Kontrolle und Verwertung beruht.
Dabei geht es nicht darum zu behaupten, Frauen strebten nach einer Umkehr der Machtverhältnisse oder gar nach Weltherrschaft. Vielmehr zielt die feministische Kritik häufig auf eine egalitäre Gesellschaft, die von Kooperation, gegenseitigem Respekt und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, der Natur und der Erde geprägt ist.
Aus dieser Perspektive beruht das Patriarchat auf einem Verhältnis der Beherrschung und Ausbeutung – nicht nur gegenüber Menschen, sondern auch gegenüber der Natur. Dieses Prinzip prägt Wirtschaft, Religion, Politik und unser Zusammenleben bis heute.
Die gegenwärtige Herausforderung besteht daher nicht allein im Menschen selbst, sondern zunehmend auch in den von ihm geschaffenen Maschinen und technischen Systemen. Je mehr sie Entscheidungen, Arbeitsprozesse und gesellschaftliche Abläufe übernehmen, desto dringlicher wird die Frage, wie viel Verantwortung wir an sie abgeben wollen und welche Folgen dies für unsere Freiheit, unsere Beziehungen und unser Verhältnis zur Natur hat.
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