# wenn wir uns begegnen

 


ES WAR SCHÖN

für p.k.

Wir waren
zusammen: redeten, liebten, aßen, schliefen, schwiegen.
Da war auch Tod,
das langsame Sterben des Vaters.

Der Mann machte Frühstück.
Für mich? Ja!
Er berührte mich, nicht so, aber so, auch so.
Er sprach mich an, eine Saite in mir schwang,
ein seidenes Instrument.
Mein Stoff raschelte.
Ich war ganz und gar.

ES IST DANACH.

Es hat uns getrennt.
Jeder ist in seinem Leben.
Kein Zurück.

Für mich:
Samstags im März.
Menschen machen das so,
auch wenn sie sich mögen.
Sehr sogar.

Und alles geht weiter
nach kleinen großen Katastrophen:
das Denken, das Schreiben, das Lieben ohne Ort, das Leben.

Die Anderen.

Wir sind alle Episoden im Leben der anderen,
mal mit mehr, mal mit weniger Einfluss.

Mehr ist da nicht. Das ist alles.

Es war schön,
es war genau das, was … es ist.

Jemanden am Abend aufsuchen.
Sprechen hören.
Nackt sein und ein Glas Wein.

 

 

# wisdom of the day

 

 

 

If you don't know what happened before you - you haven't a clue of what's going on around you

 

 

 

# wer begleitet Dich? was ist mit uns?

 


BEGLEITER

Für H.K.

Du bist mit mir durch meine Trauer gegangen, hast mich begleitet, still sprechend; und ich war nichts als das bebende Leben, an das du mich erinnert hast, als ich es nicht konnte. In der dunklen Landschaft meiner Trauer warst du mein Begleiter. Wir, zwei Lichtgestalten werdend, im Tal meines Verlustes.

Durch das Nichts bin ich hindurchgewachsen. Deine Hand auf meinem Kopf, deine Finger streichelten mein Haar als meine Erholung vom Tod, der mich gemahnt: Er ist da, damit ich die große Reise fortsetze, friedvoll gehend, vergehend.

Wann war mir jemand so nah?

Ich bin auf den Grund meiner Seele gegangen. Die unermessliche Tiefe meiner selbst, der Seele selbst, hat mir beinahe den Atem genommen.

Ich bin wieder aufgewacht.

Allein war ich im Schlaf. Als ich die Augen öffnete, war nichts wie es vorher war.

Es war.

Ein Erlebnis größer als ich.

Trauer hatte mich überfallen, nicht wie der Dieb, der nicht wusste, was er nahm. Vielleicht schlimmer noch.

Nach all den Pflichten wollte meine Seele heilen. Mein Körper hat sich der Trauer hingegeben. Ich habe Stunden geweint. Mein Körper bebte.

Es war tot in mir und doch nicht ganz. Es wollte leben.

Meine geistigen Kinder sind gestorben. Tot, weil nicht mehr zugänglich.

Ich war am Ort meiner Trauer.

Ja, da war ich allein. Und ich war in Begleitung.

So sollte es sein.

Der Ort meiner Trauer war nicht nur mein Ort. Dieser innere Ort, an dem Tiefen schwingen, von denen ich nichts ahnte, nicht mal das.

Diese tiefschwingende Stille …

Ein innerer Raum, der größer ist als ich. Ein Raum, der ist, als ich sein kann, ein Raum, in dem ich dem Überpersönlichen begegne.