# ein Anfang

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne

Wir sind ein paar Leute in einer Grotte. Wir sind da in diesem Moment der Unbestimmtheit. Bevor wir weiter gehen. Einige von uns wissen, dass es kein Zurück gibt, nur ein tiefer in das Unbekannte. Wir schweigen, um niemand zu beunruhigen. Still gehen wir hintereinander tiefer in die Grotte bis wir an einem unterirdischen See ankommen. Uns verschlägt es den Atem. Das Gefühl der Angst steigt aus der Magengegend hoch in den Herzraum, auch ich spüre mein Herz heftiger schlagen. Es ist ausweglos – im wahrsten Sinne des Wortes, denke ich und halte den Gedanken sofort an, sodass er sich nicht im Raum ausbreitet und von den anderen aufgenommen wird. Das ist Teil meines Trainings gewesen. 

Wir sammeln uns am Ufer wie unsere Gedanken. Wir wussten, dass unser Weg Risiken birgt, wir auf uns und unsere Intuition angewiesen sind. Wir gewinnen wieder Zuversicht. Ein Bruder spricht aus was wir ahnen. Wir müssen tauchen. Alle Blicke sind auf ihn gerichtet. Gut. Wir tauchen jetzt einer nach dem anderen, ich beginne. Wartet einen kurzen Moment und macht dann weiter. Verstanden? Alle nicken. Habt ihr Angst? Ja. Ich auch, sagt er und lächelt. Betet, solange ihr taucht. Ich liebe euch. Er geht ins Wasser und taucht ab. Mir wird schwindelig. Ich spüre dieses Flimmern im Magen... einige sind ihm bereits gefolgt. Es ist nun an mir. Ich schaue zu den Verbleibenden, ich spüre ihre Zuneigung. Ich gehe ins Wasser, atme tief ein und tauche ab. Einmal unter Wasser zieht es mich nach vorn, ohne Schwimmbewegungen. Meine Angst ist verschwunden. Nach einer Weile, tauche ich auf. Ich schwimme in einem See, ich sehe die Berge. Mein Bruder kommt auf mich zu und nimmt mich in seine Arme. Ich spüre unsere Herzen im selben Rhythmus trommeln.

Was wenn das was Du kennst aufhört? Bist Du bereit?  

# Other Affairs




A shy attempt


Both were prepared

to give the day space

shadows reflecting

on shining pavement

through the rain they whispered

promises

words crawling like creatures

from their mouths

tiny black dots

at night

they went on

together

fearing

to be discovered.



Leiser Versuch

Sie waren bereit

dem Tag Raum zu geben

spiegelnde Schatten

auf glänzendem Asphalt

im Nebel raunten sie sich 

Versprechungen ins Ohr

Worte wie Tiere krochen

aus ihren Mündern

winzige schwarze Punkte

nachts

gingen sie weiter

zusammen in

Angst entdeckt zu werden.

# Affairs


Between days

she’d been so responsive

he thought she was easy prey

now there was this thicket of

old days

tired months

lost years between them

neither of them felt like passing through

getting entangled in the pains

of previous years

like thorns 

bristles

barbed hooks and memories

sticking in little puddles on the kitchen table

and on the sleeves

# Zeichen

Der Mann sitzt am Ufer des Flusses in der Stadt. Es ist das Ende eines warmen Tages im Juli. Im Flusslauf verliert sich der Blick nach wenigen Metern im grünen Irgendwo des bewachsenen Ufers. Je länger er mit seinem geistigen Auge dem Verlauf des Wassers folgt, umso mehr wähnt er sich an einem anderen Ort. Er schaut zur Brücke gegenüber.  Der Abendhimmel ist bedeckt.  Die vorübergehenden Passanaten auf der Brücke sehen  ihn nicht. Er sieht niemand, den er kennen könnte. Die Dämmerung hat eingesetzt und er sitzt im Schatten. Blaue Stunde, in diesem Zwischenraum, wo die Dämmerung zur Nacht wird, wo die Umrisse verschwimmen und der Tag seine Schärfe aufgibt, kann er tief durchatmen. Neben ihm liegt sein Telefon und ein rotes Feuerzeug auf einer Packung American Spirit. Er hört Schritte, die die Steintreppe zum Ufer hinuntergehen. Als er seine Zigarette anzündet, sieht er sie um die Ecke kommen. Ihre Blicke treffen sich für eine Sekunde. Er hatte sie einge Male in dem Café gesehen, dass er seit Anfang des Jahres allein aufsucht. Es gab Veränderungen in seinem Leben, die bitter schmeckten. Es war in der Stadt in den letzten drei Monaten nicht nur für ihn schwierig geworden, die Leute teilten sich in zwei Lager und es war als hätte ein unsichtbarer Herrschergott der Welt eine Zwangsjacke angezogen. Er glaubte aber nicht an Gott und vertreibt die Gedanken schnell aus seinem Kopf und schaut sie an. 


Die Frau setzt sich neben ihn ans Ufer auf den warmen Stein.  Sie sitzen nebeneinander, aber nicht so nah zusammen, dass sie sich berühren könnten, auch nicht zufällig. Sie betrachtet die schwarz glänzende Wasseroberfläche. „Das ist ein schöner Ort. Ich war hier noch nie.  Komisch.“ Sie lächelt und ihre Stimme ist warm und strahlend. Sie schaut ihn nicht an. Er betrachtet ihre Hände. Es stört sie nicht, dass er sie beobachtet. Sie trägt einen schmalen Goldring und eine Seidenbluse, die schimmert wie die Wasseroberfläche. Sie sitzen eine Weile schweigend. „Wo kommst du her?“, unterbricht er die Stille ohne eine Antwort zu erwarten. Doch verspürt er große Lust etwas über sie zu erfahren. Sie schaut zu ihm. „Es ist schön hier einfach mit dir zu sitzen.“ Ihr Blick folgt dem Flusslauf wie seiner vor einer halben Stunde. „Ich bin hier geboren, aber heimisch bin ich woanders. Ich bin an meinem Geburtsort im Exil.“ Dabei lächelt sie dieses Lächeln, was ihm schon im Café aufgefallen war. Es ist ein Lächeln, was ihn vergessen lässt, wo er ist. 


„Eigentlich sollte ich gar nicht hier in der Stadt sein. Ist dir aufgefallen, dass der Fluss weniger Wasser führt?“ Er überlegt kurz um sich zu besinnen. „Warum bist du dann hier?“ Sie denkt nach. „Nennen wir es einen Unfall. Und menschliches Versagen. Es gibt Momente im Leben wie ein Punkt, auf den sich alles hinbewegt und man selbst darauf zu und dann ist da Stillstand und ein Resultat...“ Er schaut sie lange an und versucht zu begreifen was das meint. Irgendwie sagt ihm das was: „Ich habe in den letzten Monaten oft hier gesessen und mir überlegt in der Richtung ist die Zukunft und auf der anderen Seite ist die Vergangenheit.“


14 Tage später.

Er wird das Gefühl nicht los ihr schon mal begegnet zu sein, was seltsam ist, sie haben keine gemeinsamen Bekannten und sie schien länger nicht in der Stadt gewsen zu sein. Als er in die Gasse einbogen ist, sieht er sie rauchend auf dem Brunnenrand sitzen. Das Bild hat er schon mal irgendwo gesehen oder geträumt. Er wüsste nicht wo sie sich begegnet sein könnten, aber er fühlt diese Vertrautheit in ihrer Gegenwart. Und da war noch etwas: Ihre Textnachrichten waren immer genau Doppelzahlen 23:23 und 19:19 und 01:01. Das war kein Zufall, das war ein Muster, und er kapierte es nicht, verschwieg ihr aber seine Beobachtung.


Er hat kein eindeutiges Gefühl. Die Frau geht als sei jeder Schritt ein Ziel. Langsam und unbeschwert bewegt sie sich im Rhythmus einer unerhörten Melodie. Die Lebendigkeit ihres Ausdrucks trifft ihn wie eine Messerklinge. Es gibt Fragen, die sie ihm nicht beantwortet. Also ist er zurückgeworfen auf das Erleben mit ihr.

Aber zu viel geht in ihm vor und in der Welt, die aus den Fugen gerät, keiner weiß mehr und den Leuten geht die Bühne verloren. Was bleibt ist der Rückwartsgang ins Private, das einer mit Nippes vollgeräumten Wohnung gleicht. Da ist so viel was er nicht bestimmen kann. Die Frau entzieht sich vor seinen Augen. Vielleicht hat das nichts mit ihr zu tun. Es ist ungewohnt mit jemand zu sein, der in seiner Gegenwärtigkeit nichts Preis gibt. 

Er ist lange niemand begegnet, vielleicht auch nie, der nichts von ihm fordert. 


Eine Erinnerungswelle holt ihn ein. Er erinnert sich mit ihr. Was damit tun? Seine Vorstellung von Wirklichkeit und ihm als Individuum ist eine kurzlebige Fiktion. Etwas stünde zwischen ihm und ihr, zwischen ihm und seinem eigenen Leben. 

Er will sie wiedersehen. Die nächtlichen Begegnungen beruhigen ihn. Er weiss nicht wieso. Es könnte die eine Berührung ihrer Hand gewesen sein. Mehr nicht. 


Einige Tage später, außerhalb der Stadt.

Die anliegender Felder verströmen einen Geruch nach feuchter Erde. Der Garten ist verwildert, die Hecken überwuchern den Weg. Sie sitzt still auf der Holzbank vor der Laube während der Mann innen Kerzen anzündet. Kühler Wind streift durch das hohe Gras. Sie würde einfach da sitzen. Einfach so, als hätte sie nie etwas anderes vorgehabt. Wer ist sie? Wer ist er? Wer trägt die Verantwortung für ihre Anwesenheit?

Sie sagt: Ich kenne die Dunkelheit in mir. Ich akzeptiere sie in anderen.

Er sagst: Du bist mir fremd und vertraut wie ein verlorene Schwester. Wann haben wir uns aus den Augen verloren?

Sie spricht: Das ist lange her. Die, deren Namen wir nicht kennen, wollen uns glauben machen, wir seien niemand, weil wir keinen Besitz anstreben.

Er antwortet: Ich fühle diese Indifferenz, die mich von innen zerfrisst..

Sie sagt: Du bist lange nicht berührt worden. Wir verlieren uns so schnell in einer Fiktion von uns selbst.

Er sagt: Warum sind wir hier? Warum bist du hier?

Sie sagt: Ich muss mich erholen vor meiner Heimreise.

Er will ihre Stimme hören. Er will, dass sie weiterspricht. Es ist egal, was sie sagt. Klänge sollen ihren Körper verlassen. Ihre Augen ergründen den Raum, sie schaut ihn an und sagt:

Wir wollten irgendwann einmal dasselbe. Uns trennt heute die Auffassung, von dem was wir sein sollen, tun sollen, wie wir leben sollen

Er fragt warum sie bleibt.

Sie sagt: Wir wollen zusammen eine Erfahrung machen, die nur uns gehört.

Er hört sich  sagen: Was willst du mit mir?

Sie sagt: Dir vertrauen lernen und leise sein. 

Er streckt ihr seine Hand entgegen. Sie würde sie nehmen.


3 Wochen später, vor dem Bistro, gegen 23.00.

Der Mann sitzt auf einer Bank vor der Kirche in der Altstadt und beobachtet sie von Weitem. Sie kann ihn nicht sehen. Sie sitzt vor dem Bistro und blättert in einem Buch. Ihr Schweigsamkeit ist tiefer als jede ihm bekannte Stille, ihr Schmerz ist tiefer als seine Gleichgültigkeit, weil sie hat gehen lassen, was er nicht kann, in keiner Zeit, die ihm vorausgeht, in keinem Zeitalter, was folgen wird. Die Bedeutung ihrer Worte ist heller als der Tag, an dem er erwacht sein wird. Sie würde gehen können, weil nichts ihr gehört, weil ihr Begehren stärker ist als Erinnerung; stark wie Bäume, die mit ihren Kronen länger über allem wachen als jemand den Abgrund zu Lebzeiten zwischen Realität und Wirklichkeit überwinden will. Sie wäre in ihrem Körper gegenwärtig wie der Tod, weil sie Erfahrung hat im Verzicht. Sie wäre stark, weil sie die Illusionen nicht mehr kennt. Sie hätte alle Lügen gehört, diesen süße Gesang, auch die Lügen, die uns die Vergangenheit erzählt und diejenigen, die sich jeder selbst erzählt, um sein Tun zu vertuschen. 

Es wäre leicht mit ihr. Der Mann verliert sich in ihrem Körper wie in einer Landschaft. Sein Wille wäre keine Kategorie mehr. Er hält sie fest. Die fließende Form ihres Körpers ist derart perfekt, dass es ihn innerlich zerreißt. Er will schreien. Doch sein Schmerz ist alt, zu müde sich zu äußern. Er ist ihr nah und bleibt dennoch getrennt von ihr, weil ein anderes Ziel seine Gegenwart beherrscht. Es würde regnen.


Es regnet seit Stunden. Der Regen prasselt auf das Fensterbrett.  Im Schwarz der Straße sieht er vereinzelt gelbe Rechtecke. Ein Lufthauch bewegt die hellen Vorhänge. Stimmen dringen zu ihm. Er steht am geöffneten Fenster und raucht. Verzerrte Klänge eines Gesprächs sind in seinem Kopf, während er den wie aus einem Guß geformten Körper betrachtet. Sie liegt auf dem Bett und schläft. So wie sie da liegt, ist sie ohne Vergangenheit und ohne Zukunft. Er will sie und als würde sein Gedanke sie erreichen, hebt sie ihre Lider, sonst ist ihr Körper reglos. Langsam öffnet sich ihr Mund. 

Sie sagt wie zu sich selbst: Wovor fliehst du? Weisst du das?

Er sagt: Manchmal denke ich, dass ich verrückt werde... denkst du, dass ich verrückt bin?

Die Liegende fällt zurück in das gesichtslose Schweigen. Das Fremde an ihr ist das Fremde in ihm. 


Wenn er etwas weiss, dann das, was er von sich selbst weiss. Dafür muss er an die äußerste Grenze seiner Identität gehen. Die Lügen zwischen ihm und der Frau, hätten kein Ende gefunden, da noch kein Ende gefunden ist. Wie bei den Vorfahren, würde das Unausgesprochene als Drohung zwischen ihm und ihr stehen. Weil zwischen Gesagtem und Handeln ein Abgrund ist wie die Kluft zwischen Wirklichkeit und Vorstellung. Sie wüsste um den Mangel, den Riss in der Realität, die Schwäche im Menschen, den Zustand, der sich aus dem Unerhörten ergibt, eine Schlucht zwischen dem, was ist und dem, was sein könnte und schwer sein kann, weil Dogmen die Natur allen Seins beherrschen.

Die Frau sitzt im Sessel am Fenster. Einzig die Glut ihrer Zigartte erhellt ihr Gesicht, wenn sie einen lange Zug nimmt. Die Straße ist ruhig seitdem das Leben angehalten wurde. Vereinzelt fahren Autos vorbei, Schritte sind zu hören, deren Echo die Dunkelheit durchdringt. Menschen durchmessen die Nacht. Manche leben wie der Witterung unterlegene Gewächse, denkt der Mann, sie wachsen im Schatten ihrer Vergangenheit. Erinnerungen nisten sich im Körper ein und bilden einen Belag, der von der Welt trennt. Menschen werden nicht mehr los, was sie mal ausgemacht hat, Erfahrungen sind wie in die Haut tätowiert, unerfüllte Wünsche, die mal Zukunft waren lauern in Ecken und in Schubladen oder im Handschuhfach. Tage zwingen sich ineinander. Stunden überlagern sich. Das eigene Leben findet keinen Ausweg. Es gäbe keinen Grund, aus dem er mit ihr Zeit verbringt. Wo kein Ziel ist, ist kein Grund, sagt seine Logik. Und doch hat es einen Sinn, dass er mit ihr in diesem Raum ist, sie anschaut, bei ihr liegt. 

Wie sie durch Räume geht, lässt ihn an ein Tier denken. Ihm fällt nicht ein welches. Die Bewegungen ihres Körpers lassen ihn nicht los. Der Boden existiert nicht für sie. Sie schwebt. Eine bekannte Lust steigt in ihm auf, und tränkt die Tiefen seiner Eingeweide. Der Mann und die Frau finden sich im Begehren füreinander und in der Lust zu leben.

Er geht auf sie zu, nimmt sie an den Schultern und führt sie durch den Raum. Er stellt sie vor den Spiegel. Er streckt ihren Kopf in den Nacken. Sie lässt es geschehen. Er sieht die pulsierende Ader am Hals, ihre Schultern, ihre halbgeschlossenen Augen. Ihr Mund ist geöffnet. Sie könnte lächeln. Er betrachtet ihren Körper, der sich mit seinem eigenen Bild vermischt. Ihre Formen kleben am Glas. Er schaut sich im Spiegelbild an. Ihr Blick kreuzt seinen. 

Er sieht wie sich sein Gesicht verzerrt. Zwischen ihm und dem Spiegelglas ist unermessliche Hitze. Sie würde sich nicht rühren. Er ist fassungslos gegenüber dieser gebogenen Ruhe. Nebel legt sich über das Bild. Wieder und wieder tut er es bis ein Laut ihn verlässt. Er schreit in die Nacht. Er ist allein. Er liebt. Und er ist mit ihr. 


Sie geht zu dem Holztisch am anderen Ende des Zimmers und zündet die Kerzen an. Die Schatten der Gegenstände tanzen mit ihr und ihr Schatten tanzt mit ihm. Er hört das Klingeln eines Telefons. Sie geht zum Sessel, nimmt das Telefon aus der Tasche, nimmt an, und geht zum Fenster. Nach einigen Sekunden legt sie auf ohne eine Wort gesagt zu haben. „Wer war das? Musst du gehen?“. „Nein, noch nicht, nicht heute.“

Sie würde sich kennen, sie kennt sich. Sie hätte die Nächte durchwacht, die dazu nötig sind. Die Nacht hat ihre Wahrheit, ihr persönliche Klarheit, da sie zerfällt im Angesicht des Tageslichts. 


Ein Abgrund tut sich auf, in dem sie zu liegen scheint. Sie liegt in diesem Abgrund, weil sie ihre Wahrheit hat. Eine Wahrheit, die er ignorieren würde, die er ignoriert. Zeit bedeutet ihr nichts. Denn sie kennt die Zeit, die vergeht und Zeit, die still steht. Jeder ist begrenzt in der Umrandung seiner Haut. Die Haut umhüllt das Sein. 

Sie umhüllt ihn ganz. Ihr Körper würde ruhig atmen. Sie wäre wach. Er spürt ihren Atem, der sein Rhythmus wird. 

Sie fragt: Was siehst du?

Er sagt: Ein Feuer

Sie fragt: Was hörst du?

Er sagt: Eine Melodie

Sie spricht weiter: Willst du die Stadt verlassen?

Er sagt: Warum fragst du?

Sie sagt, aber nicht mehr zu ihm: Wir müssen in die Berge gehen, bevor es zu spät ist.


Er sagt: Du kommst in meine Träume. Wie machst du das?

Sie sagt: Ich gehöre in deine Nacht. Ich bin wie Alles ist. Immer dann, wenn ich aufgab, schenkte sich mir die Welt. Da ist keine Logik, aber ein Gesetz, dem alles unterliegt, dem ich unterliege wie mit dir und du mit dem Leben. 

Darauf weiß er nichts zu sagen. Er hat vergessen worauf es ankommt. Sie legt sich auf das Sofa.

Ihr Blick trifft seinen. 


Das nächtliche Gewitter bricht seinen Gedanken. Es rauscht als sei es die Brandung eines Meeres. Eine Melodie dringt zu ihm. Er verharrt mit ihr in diesem Moment und schläft neben ihr ein. Er teilt ihren Schlaf bis ein Traum ihn ins Erwachen reißt. Tränen rinnen über sein Gesicht. Er würde weinen, stumm in der Mitte der Nacht. Er öffnet die Augen. Sie trocknet seine Tränen mit ihren Fingerspitzen. 

Sie schaut ihm in die Augen und sagt: Ich träume dich, und du träumst mich.

Wann wachen wir auf? fragt er.

Sie sagt: Ich will mich noch etwas ausruhen mit dir.

Er fragt: Ich weiß endlich an wen du mich erinnerst... an einen Vogel der Nacht, der in den Himmeln tanzt.

Sie antwortet: Das gefällt mir.

Er sagt: Ich werde bald sehr lange von dir getrennt sein.

Sie antwortet: Dann sind wir wieder zwei singende Einsamkeiten, die sich in einem Traum vereinen.

# Telegramm

Elektromagnetische Frequenz ist mit Sound kodiert // We are living in the crash of beliefs // we are like the dreamer // Pflanzen bei  Neumond pflanzen // full moon you harvest // Gefühlte und habituell kulturelle Verpflichtungen machen einen erheblichen Teil jener Gründe aus, aus denen Menschen nicht tun, was sie wissen könnten // In any area in wich you live you are going to be influenced by the beliefs around you // Create beauty around you // When you follow your feelings you find out what your beliefs are // Zeit ist ein Konzept // Everthing  responds to energy // Transgender agenda bedeutet Zerstörung von Mutter Erde und matriarchalem Wissen // If your perception changes, so your beliefs changes // der Wille sitzt im Nacken // I want to know! = Meditation vor dem Schlaf // we are dreamin‘ and live then inside the dream // but who is the dreamer ? // Jeder Entscheidung geht eine Wahrnehmung voraus – aus einer sozialpsychologischen Experimenten ist bekannt, dass nur eine äußerst geringe Menge aller Informationen, die eine Situation bereithält überhaupt wahrgenommen und ausgewertet werden das kann aber trainiert werden, und dem geht genaues beobachten der Umgebung voraus // wenn es um das eigene Überleben geht (in der westlichen Welt), spielen kulturelle, soziale, emotionale und symbolische Faktoren oft eine größere Rolle als der Selbsterhaltungstrieb // In Fragen der kulturellen Verpflichtung und des Habitus hat man es meist nicht mit Dingen zu tun, die der Reflexion und damit der Entscheidung zugänglich sind, im Gegenteil  es ist gewissermaßen die Lebensform selbst, die es ausschließt, dass bestimmte Dinge gesehen oder schädliche Gewohnheiten und dysfunktionale Strategien geändert werden können was aus der Außenperspektive völlig irrational erscheint, ist aus der Binnensicht der Akteure von höchster, weil selbstverständlicher Qualität // Gefahren für einzigartige Systeme: Korallenriffe, Tier- und Pflanzenarten, seltene besonders artenreiche Lebensräume, Inselstaaten, tropische Gletscher oder indigene Bevölkerungsgruppen nehmen erheblich Schaden oder werden unumkehrbar zerstört: Aborigines in Australien, Indianer in Alaska, Amazonas für Amazon-Bücher, Urwald in Papua Neuguenia (1000 Jahre alte Bäume werden benutzt für Speerholzmöbel, und Bodenparkett) abgeholzte Regionen werden mit Palmen aufgeforstet: für Palmöl, Öl, Schokolade etc.), die Erde trocknet aus // Kaffee- und Avocadopflanzen verbrauchen zum Wachstum viel Wasser // extreme Wetterereignisse: Häufigkeit, Stärke, Folgeschäden von extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Überschwemmungen, Dürren oder tropische Wirbelstürme weathermodification.com, HAARP Technik, chemtrailing // ungleiche Verteilung der Auswirkung: die ärmsten Länder, die am wenigsten zu den Missständen beitragen, sind am meisten betroffen ohne sich schützen zu können // Anthropogene Antriebsfaktoren: Nutzung fossiler Brennstoffe, veränderte Landnutzung, Entwaldung, Abbau von Biomasse // Artensterben in beispielloser Größe// Meere radikal überfischt / Regenwälder überrodet // das Handeln westlich geprägter Menschen geleitet als handele es sich um reversible Prozesse // ein Jahrhundert umfasst 3-4 Generationen = Zeitspanne, die Menschen in der westlichen Welt normalerweise in Aussicht nehmen, wenn sie darüber nachdenken, was sie hinterlassen wollen dieses Zeitbewusstsein hat sich im 13./14. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Uhr ausgebildet, als Fixpunkt linearer Orientierung  in der Zukunft , seit Neuzeit allgemeingültig  1522 1. Ausgabe von Luthers Übersetzung in die deutsche Sprache // die Endlichkeit der Rohstoffe wird ignoriert, genauso wie die Begrenztheit eines Wachstumsmusters. Es ist kein exponentielles Wachstum möglich mit endlichen Rohstoffen // neurologische Prägung beginnt im Mutterleib // Wiederholung stärkt im Gehirn Neuronen und Schaltkreise, für jede Tätigkeit, die verstärkt ausgeübt wird, stellt das Gehirn mehr Neuronen ab // Hormone färben die Brille, durch die wir die Welt wahrnehmen // Earth: is a living library // most valuable on earth = genetic material of the planet, genetic trace in the life forms // we as people were becoming ignorant to the world we are living in a living environment // it depends on my beliefs how I interpret the world and the world around me // most people are more interested in being entertained then in being informed, in knowledge // what comes around, goes around 

Lyrik : veröffentlicht in # kkl 48

 Chor der Unvernünftigen

Wir sind die Nachkommen der „Aufklärungen“

Gefüttert mit dem Blut der Revolutionen

Wir sind satt von den falschen Vorstellungen

Und der Rede von Fortschritt durch Technik  und Millionen


Kindheit das haben wir recht früh verlernt

Fremde Ideen wurden uns in die Köpfe gestopft

Weil Vater ein Mann werden gelernt

Vor den seine Ahnen sich schon mit Feinden gezofft


Unser Kindheitstraum war „Liebe in Freiheit“

Unser Märchenbuch: „Die Lehren des Don Juan“

Unsere Freude: Tanztabletten

Und Rausch unser Retter


Die Bücher erzählten Lügen und Frivolitäten jeder Couleur

Daraus ergab sich eine virtuelle Realität wie im Kaleidoskop

Wir trainierten tränenlos die Enge ertragen – unser Malheur

Und die Brüder und Schwestern wähnten sich on top


Und kamen die Umschläge mit Rechnungen und Bescheiden

spielten die Mütter heilige Familie als wären wir in den 50ern

dann gingen die Männer in moderne Höhlen leiden

und wir waren auf uns zurückgeworfen, auch fern


Wir lernten social media und Manipulation

Mit Hilfe Überstehen

Wir empfingen Gehälter der Inflation

Auf nimmer Wiedersehen


Wir fühlen noch immer den Hohn und die Kälte

Jener klassischen Epoche Erbe

Auf die modernen Scheiterhaufen verbringen uns Anwälte

Und wir wachen das Feuer unserer Mutter Erde