# Gedanken zum Gehen

 

 

 

 

Getragene Schuhe, neue Wege

Wir gehen Abschiede. Das tun wir wirklich. Abschied ist eine Fortbewegung. Wir gehen weg, wir bewegen uns weiter, wir kommen an. Jeder geht seiner Wege. Unsere Wege kreuzen sich auf die eine oder andere Weise. Mir fiel in der Fortbewegung auf, dass mir meine Schuhe nicht mehr passten. Das Leder war butterweich geworden, verwittert vom Gehen im Regen; auch die Sohlen waren abgetragen. Ich hatte mich nämlich von der Stadt verabschiedet – ganz eigentlich hatte ich mich von allen Städten verabschiedet, auch von Bildern, Büchern und Bekanntem. Ich habe die Selbstbilder im Fluss der Reise gewaschen. Es war ein seltsamer Anblick, diese zerfließenden Gesichter.

Alles, was ich nicht mehr bin, legte ich ab und in das Feuer der Gegenwart. Dort lodern Diskussionen, Streitereien, Konflikte – die Flammen nehmen sich ihrer an.

Was in den Bergen begann, findet in mir seinen Fortgang.

 

 

 

 

 

 

 

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