# freie Poesie

 

Reisende

 

Auf einsamen Wanderungen eine Reisende ohne Gepäck

ich habe die Berge nie verlassen

meine Aufzeichnungen ließen mich nicht mehr los

meine Erinnerungen folgten mir wie ein alter Zauber

Ich war scheuer als die Eulen

die in der Nacht in meinen und deinen Träumen fliegen

es ist sehr dunkel in diesem Hausflur

ich sage es dir ganz leise und sehr ernsthaft in dein rechtes Ohr

du bist sehr verwundert du bist wirklich sehr verwundert

ich habe deinen Hut und halte deine Hand

kurz

das Weiter suchen 

der Wirklichkeit des Traums begegnen

im Großen Mysterium

habe ich je die Berge gesehen?

 

heute bin ich hier

in jedem Hauseingang der Gassen

lauert mir eine Erinnerung auf

Vorboten meiner Reise

Brunnen sind die Kilometersteine meiner Vision

 

Ich erkenne deine Konturen wieder

die sich an die Himmel heften

um mich willkommen zu heißen jeden Tag

bei Nacht bist du majestätisch

ich liebe dich wie man ein Pferd liebt

all deine Winde sind für mich Winde der Zärtlichkeit

ich bin wie meine Ahninnen

die am Feuer sitzen

ich erwarte nichts

ich bin hier

ich sitze auf der Wiese deines Gartens

und lächele dem Milan über mir zu

an meine Wanderungen denkend

 

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