Bei Sprachverwirrung hilft definieren
Es gibt Leute da draußen, die ernsthaft annehmen, dass wir für eine gelingende Kommunikation die Begriffe, die wir verwenden, nicht definieren müssen. Dazu gehören auch Psychologen, denen eine kurze Begriffserklärung offenbar schon zu viel ist oder die dann in Superlativen argumentieren: „Müssen wir jetzt etwa alle Begriffe erklären?“
Ja, Schatz. Selbstverständlich müssen wir Begriffe und Begriffspaare definieren, wenn wir einander wirklich verstehen wollen. Denken wir nur an Begriffe wie Liebe, Menschlichkeit oder Patriarchat/Matriarchat. Wir können doch nicht blind voraussetzen, dass jeder diese Begriffe genauso verwendet wie wir selbst.
Gerade im Zuge der allgemeinen Sprachverwirrung ist es unsere Verantwortung, nachzufragen, was wir eigentlich meinen, wenn wir philosophische oder abstrakte Begriffe verwenden. Denn ein gemeinsames Wort bedeutet noch lange nicht ein gemeinsames Verständnis.
Wie lebendig kann unsere Kommunikation und unser Dialog sein, wenn wir uns nicht die Zeit nehmen, Begriffe und ihre Bedeutung füreinander klarzustellen? Nachfragen ist keine Pedanterie und eine Definition kein unnötiger Umweg. Im Gegenteil: Sie schafft die Grundlage dafür, dass wir uns tatsächlich begegnen können – jenseits unserer eigenen Bedeutungswelten.
Wir halten unseren Dialog lebendig, indem wir Begriffe klären. Und wir halten unsere Kommunikation respektvoll, indem wir einander zugestehen, dass wir mit denselben Worten möglicherweise Unterschiedliches meinen.
When language causes confusion, defining terms helps.
There are people out there who genuinely believe that successful communication doesn't require us to define the terms we use. This includes psychologists who apparently find even a brief explanation of a term too much trouble, or who resort to hyperbolic arguments like, "Do we really have to explain *every* term now?"
Yes, my dear. Of course we must define terms and pairs of concepts if we truly want to understand one another. Just think of words like love, humanity, or patriarchy/matriarchy. We cannot simply assume—blindly—that everyone uses these terms exactly the way we do.
Especially amidst the general confusion surrounding language, it is our responsibility to ask what we actually mean when using philosophical or abstract concepts. After all, sharing the same word is far from guaranteeing a shared understanding.
How vibrant can our communication and dialogue really be if we don't take the time to clarify terms and their meanings for one another? Asking for clarification is not pedantry, and a definition is not an unnecessary detour. On the contrary: it lays the foundation for us to truly connect—beyond the confines of our own individual worlds of meaning.
We keep our dialogue alive by clarifying terms. And we keep our communication respectful by acknowledging that we might mean different things when using the very same words.
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