# an Werktagen

 

Terror an Werktagen

Terror auf Straßen, Terror in Straßenbahnen, Terror in Autos, Terror im Radio, Terror im Telefon, Terror in Wohnungen, Terror in Küchen, Terror im Briefkasten, Terror in Nahrungsmitteln, Terror im Magen, Terror im Schlafzimmer, Terror in Büros, Terror auf Schreibtischen, Terror im Kopf, Terror im Mund, Terror in Arztpraxen, Terror in Regierungen, Terror auf Rolltreppen Terror in Schulen, Terror in Kindergärten, Terror im Kaufhaus, Terror des Finanzmarkts, Terror an Tankstellen, Terror der Geschlechter, Terror der Gefühle, Terror der Nachrichten, Terror der Maschinen, Terror der Kühlschränke, Terror der Staubsauger, Terror auf Autobahnen, Terror auf Bahnsteigen, Terror in Zügen, Terror in der Welt, Terror in den Ministerien, Terror in Heizkörpern, Terror in Schrankwänden, Terror auf Bankkonten, Terror Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag, Freitag, am Wochenende Ruhe, Terror in Bildern und Briefkästen, Terror in Schulen, Terror im Urlaub, Terror in Universitäten, Terror in Wäldern, Terror in Krankenhäusern, Terror in Regalen, Terror, Terror, Terror und das Leben geht weiter. Ob die Zeit auch allen Terror heilt?

# für unsere Verwandten


Kosmos und Sein

Für all unsere Verwandten

Was ist der Kosmos? Was verstehen wir darunter? Erleben wir Kosmos, oder ist es eine reine Vorstellung in unserem platonisch-kartesianischen Denken?

Sagen wir, es gibt im Wesentlichen zwei Konzepte, die analog zum Zen-Buddhismus vielmehr Lebensweisen und Denkgewohnheiten sind und in alle unsere Lebensbereiche eingreifen.

Zum einen ist da die Vorstellung eines Kosmos als Weltall, als Universum, ein unendlicher Raum mit Planeten und schwarzen Löchern. Das ist es, was wir uns – oder die meisten von uns – darunter vorstellen, wenn wir Kosmos hören, oder? Wir assoziieren den Kosmos mit unserem Sonnensystem, Mond und Sternen. Im Grunde also mit all dem, was weit weg von uns ist. Ungreifbar und unbegreiflich.

Wir sind geprägt von der Vorstellung des Kosmos als Gesamtheit von Raum, Zeit, Materie und Energie und vergessen dabei, dass gleichzeitig mit dem Denken in derlei Vorstellungen eine unüberwindliche Distanz zwischen uns, dem Raum, der Zeit, der Materie, den Dingen und den Energien entsteht.

Was, wenn wir unsere Vorstellung von Kosmos auf den Kopf stellen und die unendlichen Weiten heranholen? Bringen wir uns den Kosmos näher. Legen wir die Glaubenssätze um uns herum, von denen wir beeinflusst sind, kurz zur Seite.

Wie wäre es, wenn wir den Kosmos als unsere Heimat betrachten? Was, wenn wir annehmen, dass wir ohne den Kosmos nicht existieren? Nehmen wir an, wir können im Kosmos nicht als Individuen existieren.

Der Kosmos ist nicht das Weltall, in das wir ein Fernglas richten und Phänomene, die weit weg von uns sind, betrachten und uns nur optisch nahebringen. Betrachten wir den Kosmos als einen Ort, in dem wir leben – wir – und gehen wir mal weiter als die menschenzentrierte Perspektive.

Wie wär's mit einem Gedankenexperiment?

Denken wir Kosmos einmal in einem ursprünglichen Sinne und in folgender Ordnung. Und das ist die andere Vorstellung von Kosmos:

Da ist

1) eine Große Gemeinschaft oder der Kosmos, wahrzunehmen als Gebiet, wie eine größere Landschaft, ein Land oder Territorium,

2) eine Region, vorzustellen als ein Landstrich, ein Dorf oder ein Grundstück, also die direkte Umgebung, die sich innerhalb des Kosmos – der Großen Gemeinschaft – befindet,

3) das Volk / die Völker, dabei sind die Völker der Tiere, die Völker der Pflanzen, die Völker der Steine und Mineralien mit inbegriffen; sie leben innerhalb der Umgebung,

4) die Sippe / die Gruppe, sie ist Teil der Völker,

5) die Familie, sie ist Teil der Sippe oder einer Gruppe,

und

6) das Selbst oder Individuum, das innerhalb der Familie lebt.

Alle Elemente sind Teil eines größeren Ganzen. Kein Teil existiert ohne den anderen. Dies gilt insbesondere für das Individuum.

Kein Teil existiert ohne den anderen. Alle Lebewesen sind interdependent in einem lebendigen Kosmos, mit anderen Worten: einem lebenden Organismus. Die einzelnen Elemente, also die Landschaft, der Landstrich, die Völker mit Sippen und Familien und Individuen, bilden Kreise, sagen wir Lebenskreise, die ineinandergreifen.

In einem lebendigen Kosmos kann es keine tote Materie geben. Alles, was uns begegnet in unserem Dasein, ist lebendig wie wir: Jeder Grashalm, jeder Stein, jedes Tier, jede Spezies, wir alle.

Wir sind in das Leben hineingeboren; nicht aus der Welt hervorgegangen. So können wir vielleicht beginnen, den Kosmos, die Gegend, in der wir leben, als einen Teil von uns zu begreifen und uns als einen Teil des Kosmos, wie alles andere auch.

Wir leben in einem Kosmos – einer lebendigen Wesenseinheit –, in der alles und jeder integriert ist und seinen Platz hat.

Wir müssen verstehen, dass unser Kosmos seine eigene, sich selbst konzeptualisierende, bewusste, sehende Entität ist, ja sogar ein bewusstes und fühlendes Wesen an und für sich ist. Sehend, denn es nimmt uns wahr.

Wir, und gemeint sind wir Menschen, sind für diesen Kosmos letztendlich unwichtig – außer wir kennen unseren Platz in der Ordnung dieses Kosmos. Und das wäre der Sinn einer Kosmologie, die alle Wesen im Kleinen wie im Großen, im Mikro- und Makrokosmos, respektiert.

Unsere Existenz ist Makro-Gaia, im Großen und Ganzen, was nichts anderes meint, als dass alles miteinander verbunden ist, vom subatomaren Teilchen bis zu planetaren Strukturen, mit einem Element des Vitalismus, die zusammengenommen als intelligenter Ausdruck eines jeden Seinsaspekts beschrieben werden kann.

Dieser Gedanke appelliert an unsere angeborene Demut: Denn es gibt Dinge, die wir einfach nicht wissen können. Genau aus diesem Grund sollten wir nicht in das lebendige Gewebe unserer Umwelt eingreifen.

Innerhalb unserer Umwelt, die wir eher als sozial denn als physisch wahrnehmen sollten, beginnen wir dann, alle uns umgebenden Naturphänomene als intelligenten Ausdruck wahrzunehmen. Und zwar alle Phänomene.

Wenn wir unsere Umwelt als sozial erleben, ist Erlaubnis erforderlich, nicht nur bestimmte Aktivitäten innerhalb dieser Gemeinschaft auszuüben, sondern sogar die Erlaubnis, überhaupt zu existieren.

Sobald wir unsere Umwelt mit all ihren einzelnen Elementen nicht nur als bewusst, sondern auch als sozial bewusst ansehen, bekommen wir ein besseres Verständnis für die Auswirkungen, die auch für die Übernahme von Verantwortung direkt relevant sind.

Dies bedeutet dann, das Gewahrsein für eine Umgebung zu entfalten und befähigt zu sein, bestimmte Handlungen zu identifizieren und entsprechend zu reagieren.

Aus diesem Aspekt heraus ergibt sich der ursprüngliche Wert der Selbstbeherrschung. Nehmen wir zum Beispiel eine Gruppe, die sich in einer Gegend der Erde aufhält: Sie hat nicht nur keinerlei Recht auf aggressive Ausbeutung, diese Gegend hat sogar die Macht, jede Gruppe zu vertreiben, die ihrer Gesundheit feindlich gegenübersteht.

Wir müssen wissen, dass das Gewahrsein eines bewussten sozialen Umfelds eine andere Entwicklung der Intelligenz erfordert; in dem es ein notwendiges zu erlernendes System praktischer Kommunikation gibt.

Hierin findet sich auch der Unterschied zwischen dem isolierten und realitätsfernen „Träumen“ unserer Gesellschaft und einem umfassenderen „Traumgefühl“, das Naturphänomene mit allen Sinnen erfasst.

Da alles in unserer Umgebung wach und bewusst ist, liegt der Schwerpunkt heute auf der Entwicklung einer Intelligenz außerhalb der engen Grenzen jedes einzelnen Selbst.

Mit den Worten von Karl Schlesier, Anthropologe, gesprochen:

„Offen sein für die Geheimnisse der natürlichen Welt und ihrer Erscheinungsformen, sensibel sein, sich der vielfältigen Möglichkeiten bewusst, die Welt zu sehen, frei und unbehindert im Denken, großzügig und freundlich sein im Hinblick auf andere, alles seine eigene Stimme haben lassen.“

# Generationskonflikt

 

      Wir

 

Wir sind die Kinder des Nichts. Ungeschützt und unerhört, wandern wir im Spiegelkabinett falscher Versprechungen. Aus dem Nichts kommen wir, zu Erde werden wir. Wir wissen worum Generationen betrogen wurden. Es ist ihr wahres Selbst und die größten Schätze: Die innere Wahrheit eines Jeden und das Wissen um unsere Herkunft. Lügen wurden wiederholt bis wir Zeugen wurden wie unsere Mütter und unsere Väter sich selbst verloren und wir  wurden vergessen von unseres Gleichen

Niemand hat uns einen Baum gepflanzt, dafür tragen wir die Früchte der Trauer.  Im Chaos der Geschichte wurden wir zurückgelassen, in fremder Verzweiflung gehen wir trotzdem unseren Weg.  Überlassen wurden wir den Institutionen, auf sozialen Plattformen sollen wir Gemeinschaft finden. Wir sind viele, aber kennen uns nicht und doch führt ein unsichtbares Wesen uns zueinander.

Wir sind die Kinder des Neuem. Wir stehen an der Schwelle des Unbekannten, die Würfel sind gefallen, die Entscheidungen getroffen. Wir erkennen nichts wieder und sind auf uns gestellt. In eure Welt gehören wir nicht, deshalb müssen wir gehen. Unsere Vorfahren begleiten uns treu in das Land innerer Freiheit

 

# Das Korsett der Dualität


Rache, Strafe und der Verzicht auf Vergeltung sind keine reinen Gegenpole. Sie sind vielmehr zwei Seiten derselben Medaille. Beide reagieren auf ein moralisches oder ethisches Ungleichgewicht, das durch erfahrenes Unrecht entstanden ist. Während Vergeltung den Ausgleich im Außen sucht – durch Bestrafung –, versucht Vergebung ihn im Inneren zu finden – durch den bewussten Verzicht auf Rache.

Doch dieses dualistische Modell greift zu kurz. Es hält uns in einer endlosen Dynamik gefangen und wird der Komplexität menschlicher Wirklichkeit nur bedingt gerecht. Wir haben uns ein gedankliches Korsett geschaffen.

Zunächst stand die archaische Vergeltung: das Prinzip „Auge um Auge“, das Gewalt begrenzen und in geregelte Rechtsräume überführen sollte. Später rückte mit dem Christentum die Vergebung in den Mittelpunkt. Moderne humanistische und psychologische Ansätze verstehen Verzeihen zunehmend als einen inneren Prozess der Befreiung. Doch unabhängig davon, welchen Weg wir wählen, bleibt unser Blick häufig auf den gerichtet, der uns verletzt hat. Wir bleiben mit der Tat verbunden. Wer vergilt oder vergibt, verhandelt noch immer mit dem Zerstörerischen – mit dem Zerstörer ebenso wie mit dem Zerstörten.

Wie also lässt sich der Bann der Medusa brechen?

Vielleicht gerade dadurch, dass wir den Blick abwenden. Nicht aus Verdrängung oder Gleichgültigkeit, sondern aus der Entscheidung heraus, unsere Aufmerksamkeit auf das Leben selbst zu richten. In aller Konsequenz auf jene innere Wahrheit, die das Korsett der Dualität abgestreift hat.

Die Natur kennt dafür ein anderes Bild. Sie sucht keinen Ausgleich durch Vergeltung und verlangt keine Vergebung. Sie folgt den Kreisläufen des Lebens. Ein Baum, den der Blitz trifft, rächt sich nicht. Er wächst weiter, soweit es ihm möglich ist. Stirbt er, wird sein Holz zum Nährboden für neues Leben. Aus Zerstörung entsteht Wandlung, nicht Vergeltung.

Vielleicht liegt darin eine tiefere Form des Ausgleichs. Nicht jede Wunde muss beantwortet werden, und nicht jede Verletzung verlangt nach einem moralischen Gegengewicht. Manches heilt erst dann, wenn wir aufhören, uns ausschließlich über das Unrecht zu definieren, und beginnen, unsere Kraft wieder dem Leben zuzuwenden.

Den Bann der Medusa zu brechen bedeutet dann nicht, zu vergessen. Es bedeutet, dem Zerstörer nicht länger die Macht zu überlassen, unseren inneren Blick zu bestimmen.

# Die Maschine und das Ende der Verantwortung

 

Was gut wäre: Wenn wir Menschen uns endlich umfassend mit dem auseinandersetzen würden, was wir zerstören und was bereits zerstört ist. Es wäre gut, wenn wir aufhörten, Technik wie einen neuen Gott zu verehren, und stattdessen begreifen würden, welche enormen Ressourcen die Herstellung von Elektroautomobilen, Smartphones und anderen Errungenschaften der postmodernen Technik verbraucht. Technischer Fortschritt ist nicht frei von ökologischen und sozialen Kosten – auch dann nicht, wenn er als Lösung für bestehende Probleme präsentiert wird.

Ebenso wäre es wichtig zu erkennen, dass patriarchale Denk- und Handlungsmuster nicht ausschließlich von Männern getragen werden. Männer wie Frauen können patriarchale Vorstellungen verinnerlicht haben, weil sie in gesellschaftlichen Herrschaftsverhältnissen sozialisiert wurden. Das Patriarchat – oder genauer: der patriarchale Kapitalismus – ist nicht lediglich ein System traditioneller Rollenbilder. Es beschreibt ein Herrschaftsprinzip, das wirtschaftliche, politische, kulturelle und soziale Strukturen durchdringt und auf Hierarchie, Kontrolle und Verwertung beruht.

Dabei geht es nicht darum zu behaupten, Frauen strebten nach einer Umkehr der Machtverhältnisse oder gar nach Weltherrschaft. Vielmehr zielt die feministische Kritik häufig auf eine egalitäre Gesellschaft, die von Kooperation, gegenseitigem Respekt und Verantwortung gegenüber den Mitmenschen, der Natur und der Erde geprägt ist.

Aus dieser Perspektive beruht das Patriarchat auf einem Verhältnis der Beherrschung und Ausbeutung – nicht nur gegenüber Menschen, sondern auch gegenüber der Natur. Dieses Prinzip prägt Wirtschaft, Religion, Politik und unser Zusammenleben bis heute.

Die gegenwärtige Herausforderung besteht daher nicht allein im Menschen selbst, sondern zunehmend auch in den von ihm geschaffenen Maschinen und technischen Systemen. Je mehr sie Entscheidungen, Arbeitsprozesse und gesellschaftliche Abläufe übernehmen, desto dringlicher wird die Frage, wie viel Verantwortung wir an sie abgeben wollen und welche Folgen dies für unsere Freiheit, unsere Beziehungen und unser Verhältnis zur Natur hat.

# ein Gefühl im Sommer

 

 

 

Beim Zuhören,was die anderen Leute sagen, fällt mir eines besonders auf. Mir fällt etwas über mich selbst auf: Ich höre mir selbst zu und gehe den Empfindungen nach, die in mir auftauchen. Und ich entdecke immer wieder – wenn so etwas überhaupt geht –, dass da ein Gefühl ist, das ich am besten kenne: Es ist das Gefühl, in der falschen Welt zu sein. Es ist das Älteste an mir. Niemand sieht mir diese Empfindung, dieses Gefühl, meine conditio humana, an. Es ist das Gefühl, dass hier etwas nicht stimmt, mit der Welt etwas nicht in Ordnung ist. Sie macht sogar unsere Natur kaputt – unsere äußere wie auch unsere innere. Ich komme aus einer Welt der Gemeinschaft, der Egalität und der Kooperation. Was ich vorfand und weiterhin vorfinde, sind Orte, an denen Hass, Gewalt und Niedertracht vorherrschenund das wird zivilisiert genannt. Wer zivilisiert ist, ist isoliert. Das Bindeglied, das Operationsmittel, ist das Geld. 

Es macht mich froh, dass ich meine Heimat, die nicht in dieser Welt ist, erinnere.  

 


  

# notiz

 

 

 


 

3. August 2026

Es ist Sommerzeit

Die Welt geht unter im Streit

Es bleibt keine Zeit