# talking heads

 





wer kennt sie nicht? Männer mit Krawatten. Männer in Anzügen. Anzüglich auch. Männer, Experten, Redner, Weisheitenverkünder, Erfinder, Forscher, Entdecker, überall redende Männerköpfe und kein Ende der Gewalt, kein Ende des Missbrauchs, kein Ende der Stupidität und Ignoranz, überall Experten der Zerstörung. Leute schreien Hurra, Leute machen mit, auch Frauen, manche Frauen sind ohne Männer nicht und nichts, dabei sind wir der totalen Vernichtung näher als je zuvor, also das waren Leute ja schon vor meiner Geburt, Männer Experten der Vernichtung, Vernichtung von Freude, Liebe und Leben und sie haben Helfershelfer, die in der Hierarchie der Vernichtung aufsteigen wollen, und sie haben Gefolgschaft unter den Müttern, die ihre Söhne in Kriege senden, wir sind dem Ende selten näher gewesen und ich weiß, dass ist nichts was jemand zum Sonntag lesen will, aber ich muss es schreiben, weil ich es denke.

wenn sich unser Denken an der Wahrheit ausrichtet, der Wahrheit der Natur, Mutter Erde und Mutter Leben, dann können wir auch den Schmerz der Gefangenschaft tragen und uns dem Traum der Freiheit hingeben und das Gift aus unserem Leben entlassen, jeden Tag mehr



Denkt dran, der Baum, an dem ihr vorbeilauft, ist euer Verwandter, die Katze, die im Fenster sitzt ist eure Verwandte, der Berg ist euer Großvater, der Fluss ist eure Schwester







# Beobachtungen

 






Sobald wir genau wissen wo wir stehen, was unsere Standpunkt ist und was das genau bedeutet, denn im Grunde kann jeder Einzelne nur darüber eine korrekte Aussage treffen, über seinen Standpunkt und gemeint ist hierbei auch der Ort, dann erkennen wir, dass Angst auch eine Kategorie von Projektionen ist (wenn wir Angst als Symptom ausschließen können).
Trainiere keine Angst, keine Scham, keine Schuld und keine Lügen - und prüfe inwieweit diese Kategorien mit den Projektionen unserer Kultur in Zusammenhang stehen

Sobald wir uns mit dem Gedanken vertraut machen, dass die Phänomene in unserer Gegenwart, Phänomene wie Isolation, Gewalt, Haß/ Lieblosigkeit, Krankheiten etc., aus unserer eigenen Kultur stammen, und sobald wir das Ausmaß der Destruktion greifen können, was es zum Beispiel bedeutet einen jungen, nackten, gefolterten Mann am Kreuz als Symbol einer Religion und kirchlichen Institution als religiös-spirituelle Basis zu haben, verstehen wir die gefühlten und erlebten Widersprüche unseres Lebens. Sie kommen nicht aus uns heraus, Widersprüche entstehen in uns, weil wir mit unzuvereinbarenden Phänomenen konfrontiert sind, deren Zusammenhang verschleiert wird. Wie kann eine Kultur Positives hervorbringen, auf der Basis von Verrat, Mord und Folter? 

Wie wollen wir der Macht der Umstände begegnen, wenn wir uns selbst nicht kennen? 








# Bildnachweise



Bildnachweise, dass wir am Anfang des 21. Jahrhunderts stehen und am Ende zivilisatorischer Möglichkeiten. Die Traumata der letzten Jahrhunderte wollen erlöst werden, nur braucht es dazu eine Bescheidenheit, die wir verlernt haben zu leben und zu teilen. Konsum ist eine Droge, der wir uns als Kollektiv stellen müssen wie der inneren Leere. 

Lebt, liebt, seid freundlich mit euch und den anderen. Wer freundlich nicht versteht, lasst gehen oder geht weiter.



# freies Radikal im toxischen Meer

 






Unter allen tragischen Erlebnissen in der Postmoderne im Patriarchat, liegt eben auch die Struktur der Konditionierung der Frau. Ich kenne und erlebe mehr Frauen, die von Männern tagtäglich herabgewürdigt werden, ohne es zu realisieren aufgrund der Konditionierung und leider beteiligen sich auch Frauen daran als flying Monkeys (Helfershelfer von Narzissten) und zementieren Entwürdigung und Herabsetzung im Privaten und Beruflichen. Ich wünsche Frauen die Befreiung von Unterdrückungs-Programmen. Wir sollten grundsätzlich überdenken zu früh in Beziehung mit einem anderen Menschen zu ‚gehen‘. Auch vor dem Hintergrund, dass das Gehirn erst mit 25 Jahren voll ausgebildet ist

Wichtig zu wissen ist: Narzissten zum Beispiel und Menschen mit psychopathischen und soziopathischen Charakterstrukturen sind zu etwas bereit, was vollkommen lebensfremd ist und den meisten, dann doch gesunden, Menschen abgeht: Narzissten schädigen sich auch selbst, einzig und allein um den Anderen zu zerstören. Gut, dass u.a. Podcasts über Narzissmus aufklären, endlich, weil die pathologischen Formen des Narzissmus leider bereits seit Jahrzehnten unerkannt in den Gemeinschaften wie Familie und der Gesellschaft ihr Wesen treiben und die Naivität, und gemeint ist hier die Unwissenheit der dann Betroffenen nutzt, um sich zu nähren und für weitere Zerstörung sorgt. Aufklärung schützt. Schützt euch und hört auf euer Gefühl, auf eure innere Stimme






# short short

Heimvorteil

Ich gehe in die Weinbar und setze mich an den runden Tisch gegenüber vom Tresen. Die Frau im ausgewaschenen grünen Baumwollkleid ist schon länger betrunken. Der Leberschaden ist ihr ins Gesicht geschrieben. Die junge Frau neben ihr, die anscheinend genauso viel getrunken hat, ist wie sie mir später zulallt ihre Tochter, in ihren Worten das Ding da.

Die Bar, Weinarche genannt, ist gegenüber vom Standesamt. Heiraten ich nicht, dafür Sekt. Es ist Anfang Februar, und schon Frühling. Time speeds up. Die Weinarche ist gut, denn die betrunkenen männlichen Gäste sind über 60 und mit den meisten Lebensthemen durch. Mit anderen Worten keine Anmach-Tendenzen oder Bagger-Versuche. Es ist wie nochmal 16 sein, wenn das Gros der Gäste bereits in Rente ist. Alle schön brav besoffen ohne was zu wollen. Das ist gut, das gefällt mir, weil ich nämlich außer Weintrinken auch nichts will. Ansonsten: Schönen Gruß an die Leber und die Prostata.

Ich habe Heimvorteil, denke ich bei mir: Warum? Weil ich nur Wein trinken will. Und dann Heim. Und ich will nicht nur Heim ich geh auch Heim. Ich will weder jemand gefallen, noch will ich eine Beziehung mit jemand hier, weder Mann noch Frau. Ich suche keinen Mann, ich suche keine Freundin. Meine Freunde sind unsichtbar und keine Alkoholiker. Ich erinnere meine Freundin Marlene und meinen namenlosen Freund aus dem Kindergarten. Da waren wir sechs Jahre alt. Ja, das ist lange her, aber das war gut, und nicht alles was gut war, lässt sich leicht wiederholen, also wirklich wieder-holen. Ich versuch das auch gar nicht erst. Wieder-holen endet in meinem Leben, hat die Erfahrung gelehrt in kleineren Desastern, ich fang dann an so unbeholfen herum zu stolpern und das gefällt mir überhaupt nicht.

Na, jedenfalls Null Interesse jemand kennenzulernen, wenn das jemand anders sieht, tut mir das leid und ich zitiere einmal Mutter: so leid wie es mir tut so egal ist es mir auch. Null Interesse überhaupt jemand hier kennenzulernen. Und mit hier meine ich eine mittelalterliche Stadt mitten in D. Ich bin nicht nur satt, ich hab auch was vor. Und für dieses Vorhaben benötige ich meine gesamte Aufmerksamkeit. Was das ist geht auch nur mich und wenn man so will Gott was an. Mir können die Klamotten nicht weit genug sein, und Gesicht anmalen ist passé – außer sparsame Kriegsbemalung.

Mittlerweile kann ich jegliche Art von Brutalität nicht mehr ertragen: ob in Gedanken, im Tonfall, in der Wortwahl, in den Gesten, den Handlungen, in den Bildern, in der Musik. Ich bin abgrundtief angewidert von den Erscheinungen in dieser Welt und auch in dieser Stadt.

Zurück zur Weinarche: Mir ist ja klar wie das aussieht, wenn eine Frau allein einen Wein trinken geht. Aber ich will eben einfach Wein trinken und Sozialstudien außerhalb meines Schreibtisches betreiben. Ich sitze also da an diesem Tisch und der Barmann macht seine markigen Sprüche und seine passiv-aggressive Haltung versteckt er so oder so nicht. Ahoi! Es gibt Männer, die meinen Frauen haben es so nötig, dass sie sich voll nölen lassen und dann den Kerl mit nach Hause nehmen. Gut, ich war bei Sozialstudien, und dabei fällt mir gleich ein, es gibt ja Frauen, die sagen das sie verheiratet sind und sich damit nicht mehr beschäftigen müssen. Das ist schön, Püppis, dann schlaft mal schön weiter. Hoffentlich ist euer Ehemann nicht einer von denen in den Bars oder Kneippen, die sich auf das weibliche Geschlecht stürzen. Und nein, ich bin keine Anhängerin von Frauenbewegungen. Jede Bewegung oder sogenannte Revolution, die aus einem System hervorgeht, dass auf einer Hierarchie aufbaut, dessen Prinzipien auf höher, schneller, weiter basieren, kann keine Formen der Befreiung oder Veränderung hervorbringen.

Zurück zum Barmann: Der Barmann, Mitte Vierzig, sah eher aus wie Anfang 50, ging in der Annahme, weil er mehr als 10 Sätze aufsagt, also mir aufsagt, dass ich dank der Aufmerksamkeit nun willig sei. Wenn der wüsste! Er weiß aber nicht. Außerdem: Ich stehe weder auf blond, noch auf Mitte Vierzig – zu alt -, und überhaupt ist mir jedes triebhafte Verhalten fern bis fremd. Ich bin überhaupt nicht willig, ich bin voll und ganz unwillig und überhaupt.