# Der Weg und der zerbrochene Ring

 





Wer auf dem Weg ist, begegnet dem Bekannten wie dem Unbekannten. Beides fordert unser ganzes Sein, unsere gesamte Aufmerksamkeit. Wir kommen auf dem Weg immer wieder an Weggabelungen, wo wir uns entscheiden müssen welche Richtung wir einschlagen. Wir sind allein auf diesem Weg und wir können einzig und allein unserer Intuition trauen. Dabei fällt mir ein Rätsel ein, dass wir uns als Kinder erzählt um uns zu erinnern... das ging so: In einem Wald wohnen in einer Holzhütte zwei Brüder, eineiige Zwillinge, zum verwechseln ähnlich. Das Haus der Brüder steht an einer Weggabelung, rechts geht es in die Stadt und links tiefer in den Wald. Du willst den Weg in die Stadt erfahren, weißt aber, dass einer der Brüder stets die Wahrheit sagt und der andere stets lügt. Du willst den Weg wissen und musst dir genau überlegen welche Frage du stellst. Was ist die eine Frage, die dir in jedem Fall den rechten Weg weisen wird?

Weggabelungen zwingen uns zu Entscheidungen. Macht das Angst? Manchmal ja. Doch Entscheidungen bringen uns etwas näher. Ja, näher. Was fragst Du Dich jetzt? Mit jeder Entscheidung treffen wir eine Wahl. Das Wissen wählen zu können, eine Wahl zu haben, erinnert uns an unsere Kraft. Zu wissen, dass wir die Wahl haben, macht uns resilienter für den kommenden Sturm. Erinnere Dich: Du hast die Wahl, weil Du Entscheidungen treffen kannst. 

Auf meinem Weg, stand ich in einem unbestimmten Raum. Es war warm. Ich schaute auf meine Hände und sah, dass ich zwischen Zeigefinger und Daumen beider Hände einen Ring halte. Ich habe den Ring zerbrochen. Es war leicht. Ich habe mich gewundert wie leicht es war. Als ich mir die beiden Teile des Ringes anschaue, erkenne ich eine gitternetzartige Struktur und dass auch diese nicht mehr miteinander verbunden ist. 

Wenn wir die innere Struktur von Verbindungen gelöst haben, brechen wir die inneren Verträge auf, die uns an eine Realität halten, die uns nicht mehr dient. Was wir tun können, um die inneren Strukturen zu erlösen? Wir können uns unseren Süchten stellen, wir können so viel Stille wie möglich um uns und dann in uns erschaffen, wir können uns so oft wie möglich zurückziehen und wir können ein Gebet der Dankbarkeit aussprechen, wir können uns auf das konzentrieren was wir ändern können und es tun







# haben & sein

 



Was ich nicht habe, kann mir niemand nehmen

Was ich habe, bin ich und das ist nicht austauschbar und nicht verhandelbar

Was ich bin, kann niemand haben 

Wer bist du?

Was ist das Unzerstörbare in Dir?




# tausend Jahre

Tausend Jahre durch wachsende

Wüsten gehen; das Gedächtnis der

Welten als Proviant

In verwüstete Seelenlandschaften

sehen, wenn Zeitalter sich ihrem

Ende neigen

Von Tristesse herrührende Müdigkeit

nistet sich verstohlen in den

Eingeweiden ein

Spuren einstigen Miteinanders ver-

wehen im vom Wind und von Schritten

aufgetriebenen Sand

Einzelne Fremde, unter ihnen Plünderer,

kreuzen den Weg

Die Himmel legen sich über die Trug-

bilder am Horizont



Nahrung ist ein ewiges Gebet

Auf der Suche nach magischen

Begegnungen, gleichsam diese

erinnernd – wie Wasserperlen auf der Zunge -

einer unsichtbaren Karawane folgen…



und tausend Jahre träumen





Mo Haver ist Autorin und Beraterin. Bisher: Veröffentlichungen auf Online-Plattformen, in Anthologien und Literaturzeitschriften, Tagblende im Literareon-Verlag und Gefallene Gedanken im Engelsdorfer Verlag. Schreiben ist Heimat.

# sag ihm

 


…, dass ich mich erinnere an diesem Sommer und den Ort, an den es mich nach vielen Jahren wie zufällig geführt hat, ich weiß Zufall und Führung… sag ihm, ich erinnere den Raum des Empfindens - ich habe zum ersten Mal die Schichten des Traums empfunden, wie tief der Traum in den eines anderen Menschen, von uns allen, reicht, wie tief der Traum in die Wirklichkeit und aus ihr kommend, dringt, ich weiß, nicht jeder versteht, nicht jeder begreift, doch es gibt kein Zurück für jemand, der die Mystik der Seele empfunden hat. 


Sag ihm, dass das, was wir erleben die Reflexion einer geistigen Sphäre ist, zu der wir den Zugang verloren haben. Wir glauben an keineWunder mehr, wir glauben an Religionen, an Geld und die Wissenschaft - und ich erinnere einen Sommer, in dem alles möglich war. Es folgte ein Herbst voller Wandlungen und ein Winter mit Schnee ohne Berge. Alles andere, der Rest, was auch immer, gehört in ein anderes Leben zu anderen Leuten.

Ein Sommer, in dem alles möglich ist, ist wie ein wundersamer Tag in der Kindheit, an dem sich das Leben offenbart. Sag ihm das Eine noch: In seiner Gegenwart habe ich Heimat gefunden 








# Heimat - ein schönes Wort

 




Für alle diejenigen, die in dieser Welt keine Heimat haben, bleibt die Liebe und der Atem und das Lachen - es ist die Liebe des Kosmos, unser Atem, der uns mit allem verbindet solange wir leben und das Lachen über die Absurdität einer Existenz, die uns in die Zerstörung zwingt. Die Wahrheiten unseres Abgrundes schauen uns an und es ist erst der Anfang eines Begreifens ohne dessen Früchte zu sehen.

Je mehr von uns den postmodernen Lebensstil zurückfahren, um so mehr tragen wir zu etwas wie Leben in Zeiten des Untergangs bei.

Aho, für alle meine Verwandten 






# der Weg

 




Ich mache die Erfahrung, dass der Weg mich trägt. Ich habe aufgehört den Weg zu gehen. 

Und es gibt eine Erkenntnis des Tages: am falschen Ort zu sein, kennt viele Varianten

Eine andere Welt wartet auf mich 




# tagblende

 


Für alle deutschsprachigen Freunde der Nacht & alle Reisenden 🫶🏼

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