Love affairs poetry


Him and her playing

The old game

Tit for tat

Let’s have children

They wanted to be children

She holds out on him

He holds her back

That’s how they spend their days

In distress

Forgotten for a spell at Easter

Having-to-rearrange-life

Life? Long since they had wanted to live it

She has given in to his control

He profits from her support.

Lyrik

SIE & ER XIV.

Innig saßen sie auf einer Bank

Sie hatte ihr Bein um seines geschlungen

Es war Sommer

Irgendein Sommer

Es fühlte sich zart an

Seidenstoff, Gras, 

der Himmel über ihnen

Die Haut direkt um die Knochen

Solange waren sie nicht gemeinsam geschwommen

Nicht im Schwimmbad nicht im Ozean

Hier können wir nicht bleiben, sagte er

Sie gingen in eine Wohnung

Wo beide Gäste waren.



She & Him XIV


Wrapped in intensity

they sat on a bench

her leg entangled with his 

it was summer

any summer

a feeling of delicacy

fabric, pasture, scrubs, trees, the sky

the skin all tight around the bones

long time since they had been swimming together

we can’t stay here, he said

they went to a house

where both were guests.


Lyrik

SIE & ER 

Sie saß im Sessel 

er vorm Fenster

zwischen ihnen Bücherstapel

auf dem Tisch

ihr Kopf war voller Träume

Ideen Illusionen

seiner schrie vor Wissen

dass sie kalte Hände bekam

zwischen ihren Schenkeln verbarg

er schaute in eine Weite

sie ihn an

da waren keine Brücken

keine Wege

keine Zugänge

nur ein Haus

ohne Tür. 

what goes around comes around

Zivilisation mit Bumerang-Effekt

Wenn etwas schlecht anfängt, kann es nur besser werden. Vielleicht? Aber eigentlich nicht. Die Aussage gehört mittlerweile auch zu den Sprüchen, die in Rente gegangen sind. Nehmen wir das historische Beispiel der Europäer, die Amerika entdeckt haben wollen. Da fahren also ein paar Leute los in ein unbekanntes Gebiet mit der Idee im Kopf die dort lebenden Leute zu konvertieren.  Konvertieren zu was? Zu ihrem Gott. Erster Fehler. Wie kommt man auf die Idee andere Leute von etwas überzeugen zu wollen ohne sie zu kennen? Wie kann man mit der Geisteshaltung von Eroberern und Besserwissern in ein unbekanntes Land fahren und erwarten, dass sich die Leute ergeben, und nicht verstehen? Ehrlich gesagt ist es vollkommen unverständlich und respektlos Leute anderer Kulturen und Welten als ‚Wilde‘ zu betiteln und in der Folge unterwerfen zu wollen und diesen Willen durchsetzen. Hallo? Aber wir wissen ja heute, dass Abwertungen Abwehrmechanismen sind. Und im Zuge dieses Prozesses der Abwertung kann sich selbstverständlich ganz anderes erlaubt werden: zum Beispiel Diebstahl und Gewalt. Es sind schon die Stimmen im Hintergrund hörbar, Aber Indianer hatten doch auch kriegerische Auseinandersetzungen!‘ 2. Fehler: Totschlagargumente. Ja, gewaltsame Auseinandersetzungen gab es auch unter sogenannten indigenen Stämmen und Volksgruppen, ja, aber wo soll es hinführen, wenn wir Auseinandersetzungen innerhalb indigener Gruppen mit dem Vernichtungs- und Eroberungswillen von Eurpäern der damaligen Epoche vergleichen? Ablenkung. Genau. Aber wovon müssen Europäer sich ablenken? Wie wäre es mit 600 Jahren Inquisition? Ja, das haben Europäer total vergessen, dass über einen Zeitraum von 600 Jahren Menschen verfolgt wurden, hingerichtet wurden und auf grausame Weise gefoltert wurden. Leute wurden über mehrere Jahrhunderte Zeuge dieser Greueltaten. Im Namen der Religion wurde indigenen Stämmen in Europa der sogenannte Teufel, den sie nur in den Gesichtern ihrer Peiniger erkannten, aber ganz eigentlich war es das Leben, ihhre Würde, ihr Verbundenheit mit dem Leben ausgetrieben. Mit diesem geistigen Erbe nun, sind Europäer des 17. Und 18. Jahrunderts in Amerika angekommen und auf die dort Heimischen getroffen.  

Was wir heute auch wissen: Opfer wiederholen an anderen was ihnen angetan wurde. 

Großstadtgefühle

Cafe Senti. Jo drückte den Zigarettenstummel vor der Tür zum Senti aus. Mir fröstelte. Ich ging rein. Im Café war es warm. Der Kellner flüsterte mit einem Typ an der Bar – immerhin gab‘s bei denen was zu tuscheln. Am Fenster saß eine Alterslose. Sie verdrückte 3 Körbe mit Weißbrot und eine Portion Nudeln-Irgendwas, während ich im pseudobarocken Sofa gegenüber vom Fenster versank wie gleich später in seinem Schweigen. Jo sagte nichts, keinen Ton, kein Flüstern, kein gar nichts. Ich gähnte. Spannungsabbau oder sowas. Handelte sich, wenn denn überhaupt, um seine Spannung. Er fragte, warum wir nicht miteinander sprachen. Wir? Da war es, dieses Wir, was mich nicht einschloss oder mich einschließen wollte in einer Situation, in der es kein Wir gab. Ich bekam sowas wie nervöse Angst. Mir wurde innerlich schwindlig. Ich saß ja. Wen meinte er mit wir? Wir alle? Ich sah ihn einmal im halben Jahr wenn‘s hoch kam, und ich redete. Mit ihm. Was verdammt noch mal meinte er? Ja, zugegeben bei seiner Frage fehlten mir kurz die Worte, aber ich hatte sie ganz nah bei mir. Was weiß ich wieso er nicht sprach. Keine Ahnung, wenn er es nicht weiß, ich wollte es nicht herausfinden. Ich wollte gar nichts für jemand rausfinden. Gähn. Dieses Mal Langeweile. Das ist doch simple as fuck. Das hatte mal der Freund eines Freundes zu mir gesagt als ich Beine auseinander in 1 Meter 50 Höhe an einer Kletterwand klebte. Simple as fuck. Dann klatschte ich runter. Warum er nicht redete, konnte ich ja nicht wissen. Klettern war schwieriger. Das wusste ich. Also für mich. Immer dieses taktische Herumgedruckse. Nerv. Gähn. Langeweile. Da verging mir jede Fantasie. Jede. Und ich hasse das. Is so. Angeblich fehlte der richtige Moment, also zum Reden, sagte er. Aha! Keine Lust, vielleicht? Naja. Ich bestellte mir Tomatenbaguette mit schwarzen Oliven. Schwarz wie der Fleck auf meiner Seele. Was konnte ich ihm schon erzählen? Außerdem gab es da ja noch dieses Programm Hör-ihr-nicht-zu-die-spinnt. Vielleicht ein Heißgetränk? Ich bestellte mir einen Tee. Verbesserte angeblich das Gespräch, wenn nicht sogar den Gesprächspartner. Also zusammen Tee trinken. Die Temperatur meines Getränkes hatte leider keine Auswirkung auf irgendwas. Das mit dem Tee-trinken funktionierte bestimmt deshalb nicht, weil anderer Kulturkreis. Also konzentrierte ich mich auf die Inneneinrichtung. Was nach solidem Ambiente aussah, eröffnete beim nur so da sitzen und wir saßen ja nur so da, das gesamte Ausmaß seiner Geschmacklosigkeit: Plastikblumen neben ausgestopften Tierköpfen – Schockstarre bei mir. Omas Porzellan auf Relieftapete – Gefriebrand. Hilfe schrie mein Blick. Keine sah mich, wo mich keiner hörte. Außer Nobody. Aber Nobody war eine Filmfigur und in anderen Gefilden. Er neben mir schwieg und war ganz und vollkommen damit beschäftigt. Mal einen Joint weniger rauchen, dann geht das mit dem Gedanken-laut-formulieren, dachte ich. Aber was wusste ich schon? Ich hatte meinen letzten turn vor Jahren. Da saß ich auf einem zerbombten Sofa und hatte nur eine Frage. Wann hörte es auf? Wann? Mit seinem Schweigen war es vielleicht auch so. Es könnte aufhören. Es würde aufhören. Das würden wir dann merken. Also er, nicht wir. Das wusste ich.

Hommage an Marguerite Duras

Es gibt nichts mehr. Es gibt keine Cafés mehr wo wir drinnen rauchend über Büchern sitzen und wir Zeichen in Tischplatten aus Holz ritzen, laut lachen, über alles reden, zusammen träumen, es gibt Coffee-to-go, es gibt keine Begegnungen mehr in Gassen, alle sind in Bewegung gesetzt, es gibt keine Dialoge, es gibt Chats und Twitter, überall Transiträume, es gibt keine Geschlechter mehr, es gibt Gefühle für alles und jedes, es gibt keine Lebensmittel mehr, es gibt Nahrung like meat, es gibt keine festen Arbeitsplätze, es gibt mobiles Arbeiten, es gibt kein Nachdenken mehr, es gibt wachsendes Vergessen, es gibt keine Liebenden mehr, es gibt Sex auf Bestellung, es gibt keinen Wintersport mehr in den Bergen, es gibt Elends-Tourismus, es werden keine Konflikte mehr ausgetragen, es gibt Kriege, es gibt keine Grenzen mehr, der Finanzmarkt ist frei und ruiniert Leben, es gibt kein Wissen mehr, es gibt Milliarden Meinungen, es gibt kaum noch Individuen, beinahe jeder ist tätowiert, früher gab es weniger und all das, was es gab, war was wir brauchten, was ich dir sagen will, es gab viel viel weniger und das war alles was wir hatten, mehr brauchte es nicht, weil es nur das gab.