# ein Bild aus einem anderen Leben

 




Wieder in der Stadt

Das Fenster ist weit geöffnet

es regnet und wir

liegen nackt auf dem Futon

neben aufgewühlten Federdecken

jeder in seinen begehrlichen Blessuren

und die jüngsten Ereignisse 

schmecken nach Verlust, nach Mehr und nach Salz

und da ist großer Appetit auf dunkle Schokolade mit

Orangenstücken und die Sehnsucht nach den Bergen








# wo fällt sie hin ?

 





du hast weggesehen. du hast dich anderen 

zugewendet, wenn ich neben dir saß. du hast mir 

schöne dinge erzählt und jedes deiner worte ist

zerbrochen. scherben brachten kein glück. mit mir

an deiner seite, konntest du dir alles erlauben, du 

konntest leben. langsam bin ich gestorben im land

deines vergessens, wo niemand wohnt und niemand gast 

sein will. in der gegend der nebel musst ich gehen

um in deiner nähe sein zu können bis... langsam ging ich

weiter und tiefer bis ich von deiner gestalt nur noch einen 

schmalen schwarzen strich sah - groß wie die narbe in 

meinem herzen











# Chor der Unvernünftigen

 




Wir sind die Nachkommen der 

"Aufklärungen"

Gefüttert mit dem Blut der

Revolutionen

Wir sind satt von den falschen

Vorstellungen

Und der Rede von Fortschritt

durch Technik und Millionen


Kindheit das haben wir recht früh

verlernt

Fremde Ideen wurde uns in die 

Köpfe gestopft

weil Vater ein Mann werden

gelernt

Vor den seine Ahnen sich schon

mit Feinden gezofft


Unser Kindheitstraum war "Liebe

in Freiheit"

Unser Märchenbuch: "Die 

Lehren des Don Juan"

Unsere Freude: Tanztabletten

Und Rausch unser Retter


Die Bücher erzählten Lügen und 

Frivolitäten jeder Couleur

Daraus ergab sich eine virtuelle 

Realität wie im Kaleidoskop

Wir trainierten tränenlos die

Enge ertragen - unser Malheur

Und die Brüder und Schwestern

wähnten sich on top


Und kamen die Umschläge mit

Rechnungen und Bescheiden

spielten die Mütter heilige

Familie als wären wir in den 

50ern

dann gingen die Männer in 

moderne Höhlen leiden

und waren auf uns 

zurückgeworfen, auch fern


Wir lernten social media und 

Manipulation

mit Hilfe überstehen

Wir empfingen Gehälter der

Inflation

Auf nimmer Wiedersehen


Wir fühlen noch immer den 

Hohn und die Kälte

Jener klassischen Epoche Erbe

Auf die modernen 

Scheiterhaufen verbringen uns

Anwälte

Und wir wachen das Feuer

unserer Mutter Erde



erschienen in der Frankfurter Bibliothek




# natur

 





in der natur beobachten tiere sehr lange und genau ihre umgebung, ihren lebensraum bevor sie auch nur irgendetwas tun oder sich auf die jagd begeben

ich bin natur



und du? 


blinder aktionismus oder was?





# Vater Staat oder Mutter Erde

 





Du musst wissen wo deine wahren Verwandten leben! Ja, du musst. 

Ich orientiere mich an meinen Verwandten, den Bäumen. Zusammen halten wir Wind und Sturm stand. Regen ist mir Erfrischung und Sonne wärmt mein Sein.

Sei gut zu deinen wahren Verwandten und suche sie nicht unter denen, die dich belächeln und verhöhnen. 






# dissoziativ

 





Diagnose I: Ich kann in dieser Welt nicht heimisch sein. Diagnose II: Ich kann in der Welt nicht ankommen.

Leute sagen warum haben alle weggesehen, damals, warum hat keiner was bemerkt von den Konzentrationslagern? Leute wollen mit dem Leid andere nichts zu tun haben, es stört ihre heile Welt, die mühsam aufgebaut wurde und durch das leiseste Hinterfragen zusammenfallen kann, Leute wollen nicht wissen, was in der Welt los ist. Warum? Es kostet uns das Leben aufrechtzuerhalten, was nicht uns gehört. Es ist unbegreiflich, dass das Grauen in der Welt vorgeht und das es vom Menschen ausgeht.

Was zählt ist der Seelenstriptease für den Algorithmus. Wir lassen die Puppen tanzen auf social media und haben unsere Seelenanbindung verloren. Wir tanzen nach der Pfeife von unsichtbaren Strategen und verlieren unsere Natur. Und weißt du was? Das interessiert niemand. 





# no way

 





wer früh verloren hat, was anderen normalität und lebensinhalt ist, der beginnt zu denken, zum beispiel, andere suchen bis sie nichts finden, außer, dass alle anderen genauso verloren sind wie du damals, nur die anderen haben nicht das denken angefangen, sondern die programme der gesellschaft manifestiert, welche willst du wissen? da ist das programm mutter vater kind, das programm arbeit-karriere, das programm schuld-scham, das programm immobilie usw. usw. derjenige, der die normalität früh verloren hat, denkt was er wahrnimmt und bildet sich erkenntnisse aufgrund der erfahrungen des lebens, nicht auf dem grund einer normalität, die scheinbar zusammenhalt ist und am ende des tages doch frustriert, aber normalität ist eben das was viele alle haben und was viele haben, ist nicht erstrebenswert, wer früh verloren hat, sucht oder sucht eben nicht, denn was weg ist, ist weg, das verlorene liegt hinter mir, hast du schon mal etwas verloren was dir wichtig war?