belong to a tribe
we are living poetry
longing for a ride
Die Schätze sind gehoben, die Stätten entweiht. Jeder Ort ist ausgeleuchtet. Uns bleibt das Unfertige: Zeilen auf dem Freisitz, Schweigen im Flur. Was bleibt, ist Poesie. Für Jemand. Worte als Heimat für ein weites Erinnern. Sie halten fest, was uns zerreißt – innig und wild. Ein Schutzraum für das Lebensmysterium. Schreibend werden wir zu Gegnern des Vergessens. Wir brechen die vierte Wand, löschen das grelle Licht und blicken hoch. Weil der Himmel uns eint. Wir reisen ohne Karte. Gemeinsam.
auf einsamen wanderungen eine reisende ohne gepäck
ich habe die berge nie verlassen
meine erinnerungen ließen mich nicht mehr los
meine erinnerungen folgten mir wie ein alter zauber
ich war scheuer als die eulen
die in der nacht in meinem und deinen träumen fliegen
es ist sehr dunkel in diesem hausflur
ich sage es dir ganz leise und sehr ernsthaft in dein rechtes ohr
du bist sehr verwundert du bist wirklich sehr verwundert
ich habe deinen hut und halte deine hand
das weite suchen der wirklichkeit begegnen
großes mysterium
habe ich je die berge verlassen
doch heute bin ich in einer stadt
in jedem hauseingang in den gassen
lauert eine erinnerung mir auf
du bist vorbote meiner reise
doch heute nacht bin ich in dieser Stadt
deine brunnen sind die kilonetersteine meiner vision
ich erkenne deine konturen wieder
die sich an die himmel heften
um mich willkommen zu heißen jeden tag
bei nacht bist du majestätisch
ich liebe dich wie man ein pferd liebt
all deine winde sind für mich winde der zärtlichkeit
ich bin wie meine ahninnen
die am feuer sitzen
ich erwarte nichts
ich bin hier
ich sitze auf der wiese deines gartens
und lächele dem milan über mir zu
an meine wanderungen denkend
Bei der Kapelle
über den Friedhofsbänken
tanzen die Blätter
#
Es schneit und wir sind
unter Federdecken na
an Geheimnissen
#
Zeit ergiesst sich aus
einer Nachttischlampe wie
Erinnerungen